Folge 18 - ADHS & Therapie
09.12.2024
In dieser Folge sprechen wir über die Zusammenhänge von ADHS und verschiedene Therapieansätze.
Zur FolgeTakeaways
- Es gibt keine optimale Therapie für ADHS.
- Die Therapeut:innen-Patient:innen-Bindung ist entscheidend für den Therapieerfolg.
- Verhaltenstherapie muss an die Bedürfnisse von ADHS-Patienten angepasst werden.
- Ergotherapie kann eine wertvolle Ergänzung zur Psychotherapie sein.
- Die Diagnose für ADHS ist oft aufwendig und komplex.
- Viele Fachkräfte sind nicht ausreichend über ADHS informiert.
- Therapieansätze sollten interdisziplinär sein.
- Die Symptome von ADHS können sich von anderen Störungen überschneiden..
- Selbstreflexion durch Therapie ist für jeden wichtig. Therapie sollte auf die individuellen Ziele abgestimmt sein.
- Medikamentöse Unterstützung kann hilfreich sein.
- Eigenverantwortung ist entscheidend für den Therapieerfolg.
- Selbsthilfegruppen bieten wertvollen Austausch, sind aber kein Ersatz für Therapie.
- Psychoedukation hilft, das eigene Verhalten besser zu verstehen.
- Individuelle Ansätze sind wichtig, um Unterstützung zu finden.
Transkript Folge 18
Johannes (00:03.012)
Herzlich willkommen zu Oversharing, dem ADHS-Podcast mit Johannes und
Hannah (00:08.334)
Hanna, hallo. Ja, heute haben wir uns gedacht, erzählen wir mal ein bisschen was zu ADHS und Therapie, beziehungsweise erzählen nicht nur, sondern wollen auch natürlich wie immer ein bisschen was über eigene Erfahrungen besprechen und ja, ich würde sagen, wir starten einfach mal rein, oder?
Johannes (00:30.836)
Genau, say again.
Hannah (00:32.686)
Johannes, was mich tatsächlich beim Vorbereiten der Folge interessiert hat, dass ich mich gefragt habe, wie viel man so weiß über ADHS, wenn man sich nicht aus Versehen, so wie ich quasi, fachlich damit beschäftigt. Also was da so die Idee ist, was es so geben könnte oder ob es überhaupt was gibt.
Johannes (00:55.252)
In welcher Zielrichtung jetzt? Wie meinst das?
Hannah (00:58.794)
Naja, also ich habe mich gefragt, ob eigentlich klar ist, was so eine optimale Therapie sein könnte oder ob es das überhaupt gibt und was so die Idee davon ist, was Therapie so machen soll bei Menschen mit ADHS.
Johannes (01:08.308)
Johannes (01:15.386)
Das ist eine wirklich gute Frage. Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Ich habe ja nach meiner Diagnose zwei Therapien gemacht, aber die hat jetzt gar nicht speziell auf ADHS abgezielt, sondern auf eher andere Proliminete zu der Zeit hatte, die sicherlich mit ADHS in Verbindung standen, die jetzt nicht speziell auf ADHS zugeschustert war. Und ich habe davor zwei Therapien gemacht, die beide furchtbar waren, die auch einfach für mich nicht funktioniert haben. Genau, aber darauf finde ich glaube ich jetzt...
später mal eingehen. Erzähl du doch mal, was deiner Meinung nach die optimale Therapie für Menschen mit ADHS wäre.
Hannah (01:46.158)
Also ich persönlich würde sagen, es gibt keine. Ich glaube, es gibt einfach total viele verschiedene Ansätze und das merke ich auch immer wieder in der Arbeit, dass es natürlich auch immer ein bisschen drauf ankommt, wen hat man so vor sich sitzen. Also ich meine jetzt auf der fachlichen Seite, ob das passt. Ich weiß, es ist zu diskutieren, wie wichtig die TherapeutInnen und PatientInnenbindung wirklich ist für Therapieerfolge. Ich bin
auf der Seite, dass ich glaube, sie ist ziemlich wichtig. Das heißt, wenn man mit jemandem arbeitet, der irgendwie gut auf einen eingeht und wo man sich wohlfühlt, glaube ich, hat man auch bei einer Therapie Form, die vielleicht für ADHS nicht so geeignet ist, aus so einem fachlichen Blick trotzdem die Chance auf Erfolge. Also von daher würde ich sagen, die eine Form gibt es da vielleicht nicht. Ich denke aber, also was einem immer wieder auch begegnet, wenn man sich informieren möchte.
sind zum Beispiel kognitive Verhaltenstherapie und ich bin ja Systemikerin von ganz tief unten meines Herzens. Und ich würde sagen, die systemische Therapie eignet sich auch sehr. Ich finde bei der Verhaltenstherapie, es ist zum Beispiel so, dass man sehr, aufpassen muss, dass man an Leute gerät, die sich mit ADHS auch auskennen, weil die klassischen verhaltenstherapeutischen Maßnahmen meiner Meinung nach, richtig großer Disclaimer, es ist meine Meinung, oft
zum Scheitern verurteilt sind, weil sie halt so sehr auf neurotypische Gehirne ausgelegt sind, die es leichter schaffen, Hausaufgaben zu machen zum Beispiel oder in Strukturen zu bleiben. das ist dann halt natürlich ein bisschen nachteilig für ADHS-Lainnen, wenn du irgendwelche Hausaufgaben bekommst, die dann nachher quasi der Garant dafür sind, dass irgendwas funktioniert und du machst sie halt einfach nicht. Und ich hab das so oft von Klientinnen von mir gehört, dass die
schon in Verhaltenstherapie waren und dann immer Ärger bekommen haben, wenn sie die Hausabgabe nicht gemacht haben. Und ich verstehe das auch, dass das ärgerlich ist, quasi die Methode darauf aufbaut, dass man das macht zu Hause. Aber wenn das halt einfach Teil des Problems ist, ist es halt Teil des Problems und dann funktioniert es halt so nicht. Und deswegen, würde ich sagen, ist das irgendwie schwierig.
Johannes (03:57.685)
Ich glaube, wäre mein größter Albtraum. Eine Therapie, wo ich Hausaufgaben bekomme. Ich war schon in der Schule nicht gut darin, Hausaufgaben zu machen. anders, ich war furchtbar schlecht darin, meine Hausaufgaben zu machen. Und das wird ja nicht besser, wenn ich dann noch in die Therapie gehe und mich dann noch wegen dieser Therapie schlecht fühle, weil ich ein Gefühl habe, meinen Therapeuten zu enttäuschen. Nee, also...
Ich habe noch keine Verhaltenstherapie gemacht, aber das wäre ein ganz großer Grund dafür, das auch nicht zu tun. Oder halt mit meiner Therapeutin vorher abzusprechen, dass das vielleicht nicht der richtige Weg ist, mit mir zu arbeiten.
Hannah (04:39.187)
Ja, also ich glaube, da muss man halt gut gucken, dass man auch diese Methoden anpasst. Das mache ich ja quasi auch den ganzen Tag gucken, dass man das, was man quasi aus den Lehrbüchern hat, anpasst an die Menschen, die auch vor einem sitzen. Natürlich mit dem Blick, dass das, was diese Methode oder das Tool, was man nutzt, noch den gleichen Nutzen hat, aber halt auch realistisch anpassen. Und von daher glaube ich, das nochmal kurz.
so ein bisschen zu schließen, es gibt jetzt nicht diese eine Form. Ich persönlich würde sagen, systemische Therapie immer super. ich glaube, profitieren Menschen mit ADHS auch davon, dass Leute zusammenarbeiten. Also, dass es irgendwie auch so ein interdisziplinäres Arbeiten geben kann. Je nach Problemschwerpunkt vielleicht und auch nach Stärke des Leidensdrucks vielleicht auch.
Was zum Beispiel ich auch oft sehr sinnvoll finde, ist Ergotherapie, weil das ja auch was sehr Praktisches ist. Das ist sehr alltagsnah. Und Ergotherapie, Psychotherapie, eine Kombination finde ich ziemlich gut. Und ... ja.
Johannes (05:43.899)
Das habe ich so oft gehört, dass Leute mit ADHS Ergotherapie total geholfen hat. habe tatsächlich Ergotherapie, glaube ich, mal drei Wochen bekommen, nachdem ich meinen Schlaganfall hatte. ich hatte Ergotherapie noch nie im Rahmen von einer begleiteten Psychotherapie, würde ich jetzt mal sagen. Von daher kann ich das überhaupt nicht einschätzen, aber klingt jetzt nicht unrealistisch für mich.
Hannah (06:04.045)
Nee, ich glaube einfach, was dabei total hilfreich ist, ist, dass jemand sehr, halt wirklich sehr alltagsnah und sehr praxisorientiert arbeitet. Und in Psychotherapies ist ja oft auch eher kognitiv, also ich würde sagen, ich arbeite schon auch sehr viel so praktisch, aber ich bin ja auch vom Grundberuf Sozialpädagogin und ich glaube, das kriegt man auch nie so ganz raus, dass ich da auch oft mal, ich sag das dann auch so, dass das jetzt nicht so therapeutisch ist, sondern eher
vielleicht beraterisch oder so, dass das gerade bei den ADHS-Prozessen, man da auch mal bisschen guckt, dass es halt auch hilfreich bleibt, finde ich. Das ist irgendwie die oberste Prämisse. Und da finde ich jetzt Ergotherapie was total Hilfreiches. Und ansonsten, ja, wie gesagt, glaube ich, bei vielen Dingen braucht es vielleicht auch verschiedene Ansätze und dann hilft vielleicht auch noch tatsächlich.
Bewegung, irgendwie Sport oder da was Bewegungstherapeutisches und
Es kommt auch bisschen darauf an, welche Komobilitäten gibt es noch? Also was braucht es irgendwie sonst noch an Versorgung, wenn es noch andere Störungsbilder dazu gibt? Man kann natürlich auch irgendwie ganz häufig eine Form von Therapie gar nicht alles abdecken oder auffangen. Und da muss einfach, glaube ich, gut geguckt werden von den Fachkräften. Was kann da noch alles so installiert werden oder vielleicht auch aus eigener Initiative mitgedacht oder mitgemacht werden?
Johannes (07:09.522)
Ja.
Johannes (07:30.805)
Ja, total. Ich muss ja persönlich sagen, ich bin großer Fan von Therapie. finde jeder Mensch, unabhängig davon, ob man neurotypisch oder nicht neurotypisch ist oder ob man irgendwelche psychiatrischen Erkrankungen hat oder nicht, finde, jeder Mensch sollte in seinem Leben mindestens eine Therapie gemacht haben, weil es nie schaden kann, sich selbst zu reflektieren und auch mal mit einer anderen dafür ausgewählten Person über seine eigene Persönlichkeit zu sprechen. Ich muss aber auch sagen, dass die Therapien, die ich gemacht habe, mir
Selbst nicht geholfen haben ich habe da durchaus eine theorie warum das so ist und ich würde gerne mit dir teilen und zwar war das problem ich dachte mein leben lang ich hatte depressionen und die hatte ich sicherlich auch aber ich hatte sehr untypische depressionen und die PsychologInnen mit denen ich zusammengearbeitet habe ich bin auch nie richtig diagnostiziert worden ich bin in die therapie gegangen und hey hier ich habe depression ich brauche hilfe und die psychologinnen mit denen ich zusammengearbeitet habe also genderpsychologInnen mit denen ich zusammengearbeitet habe haben immer versucht mich
Hannah (08:08.414)
Ja.
Johannes (08:30.848)
wegen Depressionen zu therapieren, haben aber relativ schnell gemerkt, dass meine Depressionen so typisch sind. Weil ich zum Beispiel jetzt nie so dieses Abgeschlagenheitsproblem hatte. Ich war aktiv, ich hab denen erzählt, wieviel ich keine Ahnung unterwegs war, wir haben Freunde getroffen haben. Und dann waren sie immer so, und sie haben es nicht geschafft, sich hinzusetzen und für ihr Jurastudium zu lernen. Nein, hab ich nicht, weil es mir schlecht ging. Und das war in der ersten Therapie, ich gemacht habe, das war im Rahmen, also als ich im Referendariat war.
schon so und dann hab ich halt, als ich schon im Job war, noch mal eine gemacht und jedes mal merkte ich, wie so die die TherapeutInnen auch so bisschen an mir verzweifelt sind, weil ich zum Beispiel relativ klar sagen konnte, dass meine Depressionen sehr zyklisch auftreten, also relativ gut abgrenzt, einem Abstand von ungefähr vier Wochen und da meinte einer Therapeut so, das ist bei Depressionen aber nicht so nicht, ich bei meinen aber schon, ich kann doch auch nichts dafür und ich glaube halt tatsächlich, dass
sagen wir mal, Depressionen, die bei ansonsten neurotypischen Menschen auftreten, ganz anders zu behandeln sind als Depressionen, die bei ADHS auftreten. das jetzt nicht eine Kubo, wenn das jetzt zumindest aufeinander abhängt, weil mein, was ich für mich mittlerweile mitgenommen habe, ist, dass meine Depressionen jetzt nicht irgendwie ein Problem mit meinem, nicht ein typisches Problem mit meinem Hormonhaushalt sind, sondern Erschöpfung. Und zwar relativ zügig im Abstand von vier Wochen. Das heißt, ich hatte immer
Eine Woche, wo es mir schlecht ging, in der Woche habe ich nichts gemacht, habe ich mich erholt, da habe ich mich zwei Wochen völlig verausgabt und dann ab der dritten Woche ging es mir wieder schlechter bis zur vierten Woche, wo ich nichts mehr tun konnte, wo ich mich wieder eine Woche erholen musste und da bin ich immer in so einen Wellenzyklus reingekommen, den ich relativ gut abgrenzen konnte und ich glaube halt wirklich, dass ich da völlig falsch behandelt wurde.
Hannah (10:19.273)
Also ich finde es spannend, es ist ja in Deutschland so, ohne Diagnose gibt es keine Therapie, also zumindest keine Psychotherapie. Das heißt, du musst ja auf jeden Fall eine erhalten haben auch.
Johannes (10:33.822)
Ich bin hingegangen, ich habe gesagt, ich habe Depression, ich brauche Hilfe. Es gab jetzt nie ein richtiges Diagnoseverfahren, das ich dadurch laufen habe.
Hannah (10:42.611)
Also viel läuft ja auch im Hintergrund, ne? Also an Diagnostik, nicht alle Störungsbilder machst du ja durch so ganz feste Bögen quasi. Manchmal ist es ja auch durch die ganzen Diagnostikkriterien, die so bestimmt sind, dann auch relativ eindeutig. Und das kriegt man ja auch manchmal durch gezielte Fragen raus, sodass du das vielleicht als Patient gar nicht so mitbekommen hast, wie die Diagnose gelaufen ist quasi. Und im Zweifelsfall hast du ja wahrscheinlich auch Anamnesebögen ausgefüllt, oder?
Johannes (10:46.19)
Ja, klar.
Hm?
Johannes (11:07.988)
Das
Johannes (11:12.688)
Wahrscheinlich ja, kann gut sein. ich hätte irgendwie erwartet, dass so eine Diagnose länger dauert, als ich es im Kopf habe. Also, dass man sich da schon mal hinsetzt und noch mal andere Sachen abgrenzt. Dass man vielleicht mal guckt, was da sonst noch so sein könnte. Ich finde das ja so krass, dass ich das von total vielen Leuten höre, die als Erwachsene mit ADHS diagnostiziert wurden, dass sie oft mehrere Therapien durchlaufen haben, bis mal jemand auf die Idee gekommen ist, dass es ADHS sein könnte. Und ich frage mich immer, ist das nicht was, was man mal ...
Hannah (11:21.517)
Mhm.
Hannah (11:34.829)
Ja.
Johannes (11:41.044)
früher abklären sollte, was irgendwie zu einem Standardverfahren gehören sollte, das auch abzuklären. Aber gut.
Hannah (11:47.084)
Also, das ist jetzt auch wieder das Claimereigene Meinung. Ich glaube, dass es bei ADHS halt ein bisschen problematisch ist, in Anführungszeichen. Es war ja ganz lange nicht so auf der Oberfläche. Also, es war ja ganz lange nicht so präsent, wie es jetzt gerade ist. Und dadurch, glaube ich, ist gerade bei Erwachsenen das Thema gar nicht so Also, wenn du in Therapie gegangen bist, gar nicht so doll ...
in der Aufmerksamkeit gewesen, dass viele Fachkräfte da, glaube ich, gar nicht so dran gedacht haben, dass es das auch sein könnte. Und wenn es quasi schon ja auch die Symptome gibt, die zu Depressionen oder so passen, dass das dann wahrscheinlich eher das Offensichtliche war. Und das geht ja vielen so, ne? Also auch gerade zu weiblich gelesenen Menschen, haben ja oft ...
erst mal eine Depression oder Angststörung oder sonst irgendwas für eine Diagnose. Und sie stimmen meistens auch, sind aber ja trotzdem nicht der Ursprung oder die einzige Diagnose, die da sind.
Johannes (12:49.044)
Angststörung höre ich bei Frauen mit ADHS total oft, dass das irgendwann diagnostiziert wird.
Hannah (12:55.853)
Ja. Und ich glaube, also nochmal auf diesen, diese sollte das nicht Standardverfahren sein. Die Diagnose für ADHS ist ja super aufwendig. Also ich glaube, das ist einfach das Problem, dass das wahrscheinlich kostenfaktormäßig nicht drin ist, das als Standardprozedere zu machen. klar könnte man es bestimmt ein bisschen besser so screenen. Also da gibt es ja auch, also kann man ja auch so einen Screeningbogen oder so machen, es ein bisschen abzu...
Johannes (13:12.155)
Hmm...
Hannah (13:24.525)
Fragen oder in Anamnesebögen mit aufzunehmen, aber halt die ganze Diagnostik zu machen, das ist halt, glaube ich, sehr aufwendig und nicht realistisch.
Johannes (13:32.411)
Ja, stimmt natürlich. Andererseits glaube ich auch, dass viele selbst Fachmenschen einfach kaum Ahnung von ADHS haben. Hab ich dir mal erzählt, wie das war, ich das erste Mal in der Therapie geäußert habe, dass ich das Gefühl habe, ADHS haben zu können. Ich habe eine Psychoanalyse gemacht. Wir hatten das im Vorfeld besprochen, also im Vorfeld dieser Folge, dass wir beide kein Fan von Psychoanalyse sind. Ich definitiv nicht mehr und ja.
Ja.
Hannah (14:02.263)
Ich möchte dazu kurz was sagen. Es geht mir nicht die, es geht mir bei, ich bin kein Fan darum, nicht dass ich die Richtung an sich schlecht finde. Ich habe gesagt, für mich wäre es nichts. Das muss ich ganz kurz sagen, nicht dass ich jetzt hier von irgendwelchen Kollegen ein Hate abkriege. Es geht mir nicht Psychoanalyse an sich. Ich es hat absolute Berechtigung, ob für mich persönlich wäre es nichts. So.
Johannes (14:11.027)
Entschuldigung. Entschuldigung.
Johannes (14:23.284)
Okay, ich persönlich, ich kann für mich ganz klar sagen, ich bin kein Fan von Psychoanalyse, Punkt. Und zwar nicht nur für mich, sondern allgemein nicht, weil ich es von so vielen Leuten gehört habe, die schlechte Erfahrungen hatten. Aber ich habe auch, ja, das ist meine Meinung, das muss ich auch ganz klar dazu sagen. Aber im Rahmen dieses Gesprächs meinte ich, habe ich halt immer den Verdacht geäußert, dass ich doch ADHS haben könnte. Und dann meinte mein Therapeut, nee, das kann...
sich nicht vorstellen, weil ich hätte ja irgendwie vor einer halben Stunde erzählt, wie ich vier Stunden am Stück Auto gefahren wäre und da habe ich mich ja vier Stunden konzentrieren können, also könnte das kein ADHS sein.
Hannah (15:02.931)
Also ja, glaube, erstens, glaube ich, du hast es schon mal erzählt, ich erinnere mich da irgendwie dran. Weiß aber nicht, ob du mir das privat erzählt hast oder im Rahmen hier von der Aufnahme. Und ich glaube auf jeden Fall, dass du Recht hast, dass viele Fachkräfte nicht so ausgebildet sind in dem Bereich. Und ich höre das auch tatsächlich immer von befreundeten und bekannten psychologischen Psychotherapeutinnen, dass die da noch irgendwelche extra Weiterbildungen für gemacht haben, sich tatsächlich mit diesem Störungsbild auseinanderzusetzen.
Johannes (15:05.95)
Okay.
Johannes (15:26.333)
Mh.
Hannah (15:32.126)
Also von daher glaube ich das schon. Und ich glaube aber auch, dass jetzt nur eine Vermutung, dass je länger man arbeitet, man auch so bisschen so eine verschiedenen Brillen auf hat, von welchen Störungsbildern man besonders gut kennt und welche man auch irgendwie deswegen besonders schnell erkennt oder vermeintlich erkennt. Und ich glaube schon, dass oft das auch stimmt, aber dass man glaube ich auch gut ...
Johannes (15:44.919)
Ja.
Hannah (15:57.384)
aufpassen muss, dass man sich nicht so einladen lässt, nur dieselben Störungsbilder zu erkennen. Weil ja natürlich sich viele Symptome auch in diesen ganzen Störungsbildern mit anderen Störungsbildern überschneiden. Und ja.
Johannes (16:09.49)
Ich auf der einen Seite. ich glaube, ein zweites Problem ist, das haben aber alle Fachkräfte überall, ob es JuristInnen, MedizinerInnen, PsychiaterInnen, PsychologInnen sind, dass man halt oft sehr stark an dem Stoff festhängt, den man halt im Studium gelernt hat. Und ja, man hat Fortbildungspflichten, aber wenn man halt Fortbildungen in eine bestimmte Richtung durchführt, keine Ahnung, wenn ich mich halt die ganze Zeit in Depressionen fortbilde, kriege ich halt vielleicht doch nicht mit, was ist für neue...
Erkenntnisse in einer, keine Ahnung, bei ADHS vorher schon gab oder so. Von daher ist das glaube ich ein zusätzliches Problem. Ja, aber ich glaube, dass auch einfach der Psychologe bei dem ich war nicht gut war. Also ich hatte echt diverse Probleme mit dem und das hat dann einfach, ich habe das tatsächlich auch abgebrochen. Also ich habe es dann irgendwann für mich beendet und bin auch bis heute der Meinung, dass gerade mit ADHS vielleicht auch einfach eine Therapie die drei Tage Anwesenheit pro Woche voraussetzt nicht die beste Option.
für Menschen mit ADHS ist.
Hannah (17:11.753)
Ja, also das muss ich zum Beispiel auch sagen, für mich wäre das auch ein purer Stress, dass ich da so häufig hin müsste. Das ist ja natürlich nicht die ganze Zeit so, das kann sich ja auch im Verlauf der Therapie verändern, muss man auch dazu sagen. Aber dennoch wäre das für mich auch stressig.
Johannes (17:17.623)
Also...
Johannes (17:30.068)
Ich habe das tatsächlich in der Therapie mal geäußert und da meinte er, naja, Freud hätte eigentlich immer fünf Tage die Woche vorausgesetzt und er wäre auch eher der Auffassung, dass fünf Tage die Woche besser wäre, aber das für die Krankenkasse nicht bezahlt, deswegen machen wir so drei Tage die Woche. Aber das war gerade während der Zeit der Pandemie mit Lockdown und so, von daher war das auch ein sozialer Kontakt, der mich vielleicht durchaus doch durch die Therapie getragen hat und vielleicht in dem Fall nicht negativ.
Hannah (17:44.045)
Wow!
Johannes (17:57.585)
Aber egal, ich wollte jetzt auch nicht, dass das hier zu viel Raum einnimmt. Das musst du noch mal raus. Hast du schon mal... Also gibt es für dich etwas, was du Leuten empfehlen würdest, die jetzt eine ADHS-Diagnose bekommen haben, die sagen, sie suchen eine Therapie? Wie würdest du da vorgehen?
Hannah (18:15.885)
Ich würde immer gucken, dass ich ein bisschen rausfinde, was eigentlich mein Ziel wäre. Also, wenn ich Therapie mache, was soll dabei rauskommen? Also geht es mir darum, quasi zu verarbeiten, dass ich jetzt die Diagnose habe und quasi jetzt mich neu ordnen muss. Also ist es eine Identitätsfrage oder geht es mir Strukturen, die ich lernen möchte, also Strategien, ne? Ich glaube, das ist ein bisschen unterschiedlicher Angang. Also, ich habe immer wieder ...
bei mir Leute, die halt irgendwie total überwältigt sind davon, dass sie jetzt Mitte 30 sind und die Diagnose erhalten haben und jetzt ihr ganzes Leben hinterfragen und einfach eine richtig große Identitätskrise haben. Das ist ja ein ganz anderes Thema als ich merke Thema XY fällt mir im Alltag schwer und ich möchte gerne eine Strategie erlernen, das zu handeln. Also beides mit Sicherheit.
Johannes (19:10.117)
Hmm...
Hannah (19:14.067)
kann auch in Kombinationen auftreten. Manchmal kommt man mit dem einen Thema, das andere gehört auch dazu. Aber wenn man jetzt bemerkt, mir geht's eigentlich total gut, aber trotzdem hab ich so, jetzt wo ich weiß, es ist, ein, zwei Sachen, dann kann man vielleicht auch in eine Beratung gehen. Wenn man aber so Identitätsthemen hat, dann ist auf jeden Fall eine Therapie angesagt. Und ich würde auch immer empfehlen, mit der Person, die Diagnostik gemacht hat, auch mal zu sprechen.
Sind Medikamente notwendig oder irgendwie könnten die hilfreich sein oder braucht es keine? Weil auch da muss ich sagen, ist auch eine Erfahrung, die ich immer wieder im Kontakt mit Klientinnen mache. Manchmal empfehle ich tatsächlich auch, erst mal sich Medikamente zu kümmern, bevor wir so richtig loslegen, damit das auch eine Chance hat, überhaupt stattfinden zu können. Also die ganzen Strategien, die wir so uns ausdenken oder besprechen, damit die überhaupt umsetzbar werden.
Johannes (20:09.876)
Ja.
Hannah (20:10.697)
ist es manchmal irgendwie auch notwendig, dass zum Beispiel erstmal ein Medikament da ist oder auch vielleicht eine Depression, die dem ganzen noch zugrunde liegt oder dazugehört, behandelt wird, weil sonst einfach die Energie oder das Durchhaltevermögen gar nicht reicht, diese ganzen Strategien anwenden zu können.
Johannes (20:27.06)
Mh.
Ja, das sehe ich auch so. Ich hatte ja tatsächlich nach meiner Diagnose noch mal eine Therapie gemacht, die auch dann wirklich gut geholfen hat. Auch in Verbindung mit Medikamenten. Deswegen ist jetzt auch mein, ich würde mal sagen, mein Therapiefazit jetzt gar nicht so schlecht, weil ich meine, eine erfolgreiche Therapie von drei ist jetzt vielleicht nicht das, was man haben möchte, aber besser als gar nichts. Und ich denke auch,
dass man da tatsächlich gucken muss, was hilft einem da auch. Aber auch bin ich bereit dafür. glaube, eine Therapie bringt überhaupt nur etwas, wenn man selbst bereit ist, an sich zu arbeiten. Ich habe das durchaus auch von einigen Leuten erlebt, die meinen, okay, dann gehe ich in die Therapie, dann macht der Therapeut alles für mich. So klappt das halt nicht. Ich gebe zu, das war am Anfang auch mein Bild von Therapie.
Hannah (21:21.687)
Mhm.
Johannes (21:29.454)
war schon, ich würde jetzt nicht sagen ein Kulturschock, aber das war schon ein Erkenntnis für mich, als ich auf einmal festgestellt habe, nee, das ist hier mehr Arbeit von mir als vom Therapeuten. Der sieht mich nur, keine Ahnung, eins, zwei, drei Mal die Woche, aber das hört ja bei mir nicht, ich drei Mal die Woche eine Stunde auf.
Hannah (21:48.909)
Mhm.
Hannah (21:54.062)
Ja, das ist tatsächlich was, was ich immer im Erstgespräch schon sage, dass man sich darauf einstellen muss, dass es anstrengend wird und dass die meiste Arbeit außerhalb von meiner Praxis stattfindet. Also, weil ich das einfach wichtig finde, dass wenn Leute einen Therapieprozess bei mir anfangen, dass sie das zumindest schon mal gehört haben. Ob das dann ankommt, ist noch mal die nächste Frage, aber dass halt klar ist so, dass ich bin nicht die, die die Hauptarbeit macht. Das muss man leider im Alltag dann selber machen.
Johannes (22:23.22)
Ich glaube, ganz großes Thema auch so im Bereich Therapie und ADHS ist natürlich, erst mal Therapie zu finden. würde sagen, unser System, das wir aktuell haben, ist exzizit darauf ausgelegt, Menschen mit ADHS und Depressionen und ähnlichen Störungsbildern davon abzuhalten, eine Therapie zu machen. Weil, ja, ich schaffe es vielleicht noch, eine Person anzurufen und zwei. Aber wenn mir zwei Personen sagen, ich habe keine Termine, dann weiß ich nicht, ob ich noch Kraft habe für eine dritte Person.
Hannah (22:32.045)
Mhm.
Hannah (22:52.941)
Hm.
Johannes (22:53.204)
Meiner Erfahrung nach muss ich eher 30 Personen anrufen, überhaupt jemanden zu finden. Und dann noch jemanden zu finden, Erinnerung von ADHS hat, das ist je nachdem, wo man wohnt, echt schwierig. Und ja, das ist leider ein Problem, wo ich jetzt auch keine Lösung für geben kann, aber durchaus eins, ich mal ansprechen wollte.
Hannah (23:10.847)
Das ist auf jeden Fall so, ja. was mir eben gerade noch eingefallen ist, und das passt vielleicht gerade ganz gut dazu, ist, dass ich hab neulich ein Interview gegeben zum Thema ADHS und Selbstoptimierung. Und ich fand das super spannend, weil die Interviewerin, war vorher in einer, also zu Besuch in einer Selbsthilfegruppe für ADHS. Und das ist, ich, tatsächlich auch noch mal was, was man auch in Erwägung ziehen kann. Also
den Selbsthilfegruppen zu geben. Das ist keine Therapie und kein Ersatz dafür. Trotzdem, glaube ich, gerade für Menschen, die erst kürzlich die Diagnose erhalten haben und da noch mit strugglen, vielleicht trotzdem eine gute Option, in den Austausch mit anderen Betroffenen zu kommen und zu merken, ich bin nicht alleine damit, und da auch davon zu profitieren, zu hören, was haben andere Leute schon gemacht? wo sind die vielleicht untergekommen? Das, finde ich, ist, glaube ich, noch mal was Hilfreichs sein kann.
Johannes (24:08.384)
Ja, ich hab tatsächlich nur ein einmaliges Erlebnis mit Selbsthilfegruppen und ADHS. Liegt einfach daran, dass die Selbsthilfegruppe in Hannover sich leider zu einem Zeitpunkt trifft, wo ich normalerweise Tanzen habe. ähm, es ist einmal, wo ich da war, die werden auch gerade überrannt. Also die haben, das ist eine Gruppe, die trifft sich halt einmal im Monat und die haben mittlerweile teilweise mehr als 30 Leute, dahin kommen. Und das klappt einfach so nicht mehr. Die trennen das dann schon in zwei Gruppen auf, aber dann haben wir immer noch 15.
Und wir haben es in den glaube ich zwei Stunden, die wir geschafft haben, geschafft bis zum Ende der Vorstellung zu kommen. Also das war schon schwierig. Also ich glaube auch, dass das hilfreich sein kann, wenn das vernünftig moderiert ist und wenn da auch jeder seinen Raum bekommt. Aber ich glaube, dass das tatsächlich im kleineren Rahmen dann besser funktioniert. Ich persönlich wäre eher ein Fan von Stammtischen.
habe aber leider in Hannover keinen gefunden. habe immer wieder Gerüchte gehört, dass es ein ADHS-Stammtisch in Hannover geben soll, aber ich habe ihn nicht gefunden. Also sollte hier jemand zuhören und sagen, hey, ich kenne ein ADHS-Stammtisch in Hannover, gib mir gerne Bescheid. Das Konzept liegt mir, glaube ich, mehr als das Selbsthilfegruppenkonzept, was ja auch einen relativ formalisierten Ablauf hat, wo ich einfach nicht so der Fan bin. Das ist wirklich ein persönliches Ding. Da möchte ich jetzt überhaupt nicht sagen, dass ich nicht davon ausgehe, dass das anderen hilft, weil ich kenne Leute, denen das hilft.
Das hat sich auch bewährt.
Hannah (25:31.424)
Ja, glaube ganz ehrlich, ist ja wie bei allen anderen auch, dass da geguckt werden muss, was brauche ich eigentlich? Und was ist da der Ansatz, der bei mir irgendwie gut funktioniert? Also ich hatte zum Beispiel eine Zeit lang, als ich noch zur Schule gegangen bin, eine Lerntherapie, die hat mir auch geholfen. Ist vielleicht jetzt auch nichts, was ich jetzt noch mal als Erwachsene machen würde, aber als ich noch, ich glaube, es war in der fünften, sechsten Klasse, da hat mir das geholfen, auch zu wissen, dass ich da so einen festen Termin habe, wo
ich auch mit mir selber arbeiten kann und feststellen kann, dass ich irgendwie auch Dinge kann. Das war irgendwie nett. Ja, also ich glaube wirklich, es ist super individuell.
Johannes (26:12.37)
Ich glaube auch, was tatsächlich helfen kann, was ich jetzt bei einer Freundin gesehen habe, die hat zwar kein ADHS, aber eine Autismusdiagnose. Reha. Die ist für, ich glaube, drei oder vier Wochen in Reha gegangen, also wirklich komplett aus dem Alltag raus. Und ja, viel Ergotherapie, ein bisschen Verhaltenstherapie und ähnliches. Und die meinte, es hat ihr echt auch langfristig und nachhaltig geholfen, das zu machen.
persönlich bräuchte, weil ich weiß jetzt sicher nicht, ich das Akku bräuchte, aber ich kann mir vorstellen, auch sowas bei den Alltag komplett zu resetten und jetzt nicht formal Urlaub zu machen, sondern halt wirklich auch drei, vier Wochen lang sich komplett auf sich zu konzentrieren und dann wirklich mal an sich zu arbeiten, dass das auch helfen kann, wenn man es halt genehmigt bekommt.
Hannah (26:59.373)
Ja, und was vielleicht jetzt noch gar nicht aufgetaucht ist, was ich aber trotzdem auch als wahnsinnig wichtig erachte, ist so Psycho-Education. Also verstehen, was geht eigentlich ab. Ich glaube, das ist ein ganz, ganz wichtiger Teil, ein besseres Verständnis für sich, seine Symptome und das eigene Verhalten irgendwie zu entwickeln, A, Ideen dafür zu bekommen, wie kann ich dem vielleicht auch entgegenwirken und B, auch Mitgefühl für sich selber entwickeln zu können, da, glaube ich, auch wichtig ist, zu verstehen.
welche Dinge auch einfach zum ADHS gehören, nicht die ganze Zeit damit beschäftigt zu sein, sich selber runterzumachen, wenn Dinge nicht funktionieren. Und zwar jetzt nicht als Entschuldigung für, ja, okay, ich hab halt ADHS und deswegen kann ich das alles nicht und dann muss ich es auch nicht ändern und so, sondern eher halt, es zu verstehen und dann auch einen Umgang damit finden zu können. Und das ist, ich, auch ganz, ganz wichtig. so Psychoeducation kann natürlich ...
in Therapie stattfinden. Aber man kann natürlich auch gucken, ob es andere Kanäle gibt, über die man auch schon mal sich informieren kann. Also Bücher zum Beispiel oder YouTube Videos oder meinetwegen TikTok und Instagram. Also da gibt es ja viel und ich glaube, da muss ich aber auch noch mal kurz sagen, dass es, ich, wichtig ist, dass man sich darüber Gedanken gemacht, also macht, was möchte ich eigentlich? Also gucke ich mir zum Beispiel CreatorInnen an, so relatable Content anzugucken. was
Wie erleben die ihr Leben? Kann ich mich da wiedererkennen? das einfach quasi als ... Die machen das so, zu werten und zu gucken, kann ich davon was für mich übernehmen? Oder möchte ich halt tatsächlich Fachwissen haben? Weil da finde ich es noch mal wichtig, das ein bisschen zu unterscheiden. Bei CreatorInnen, die ihr Leben drehen, das ist halt deren Leben. Das hat total viel Berechtigung und ist auch super wertvoll. Man muss aber klar sagen, das sind ja meistens keine Fachpersonen.
von ihren Erlebnissen und teilen, was sie so machen. Und wenn man Fachwissen haben möchte, wird es halt ein bisschen schwieriger, weil man auch bisschen gucken muss, wer erzählt mir das eigentlich und woher haben die ihre Informationen. Und das finde ich noch wichtig, irgendwie zu trennen voneinander.
Johannes (29:11.456)
ja, da habe ich auch definitiv Meinungen zu. Mal angefangen mit CreatorInnen. Ich glaube, dass CreatorInnen sehr viel helfen können. Und zwar aus zwei Gründen. Zum einen, weil ich habe das oft bei CreatorInnen gesehen, dass sie gesagt haben, hey, ich habe hier dieses Problem, das hat meiner Meinung nach mit ADHS zu tun und ich habe diese Lösung für dieses Problem gefunden. Und
Meistens sind das jetzt keine extrem umfangreichen Lösungen und du kannst aber gucken, das etwas, was ich in meine Alltag integrieren kann oder halt nicht. Also ich glaube der beste Tipp, den ich gehört habe für Menschen mit ADHS ist, habt in jedem Zimmer eine Kiste, wo ihr Zeugs reinschmeißt, das ihr nicht gerade reinsortieren wollt und zwar für jedes Zimmer. Das heißt, ihr habt im Wohnzimmer ein Schlafzimmer, eine Küche und eine Badezimmerkiste.
Hannah (29:58.718)
Ja, hast du das eventuell aus meinem Buch?
Johannes (30:01.869)
Ich hab ehrlich gesagt dein Buch nicht gelesen, deswegen kann ich das nicht aus deinem Buch haben.
Hannah (30:03.149)
Ja, toll, Johannes, toll. Aber vielleicht hab ich es dir auch erzählt, weil ich habe es diesem Buch reingeschrieben, weil ich es für eine absolut großartige Sache halte.
Johannes (30:14.804)
Ich meine, ich bin mir relativ sicher, dass ich das mal von irgendwelchen CreatorInnen gehört habe. Aber möchte ich jetzt auch gar nicht, ne? Ich wollte jetzt auch gar nicht hier irgendwie... Sorry. Wollte jetzt hier...
Hannah (30:23.597)
Also für alle, jetzt zuhören, hören, Johannes und ich haben jetzt Streit.
Johannes (30:26.836)
Das ist okay, das ist okay. Nein, also eigentlich hat Hanna nur Streit mit mir, weil ich hab... Ich bin zu people pleasing, jetzt Streit mit Hanna zu haben. Also... Entschuldigung. Ich glaube aber auch, dass gerade im Internet sehr viele Dinge natürlich etwas überzogen dargestellt werden, weil man muss ja mit diesem Content auch Geld... Also viele verdienen mit diesem Content auch Geld und man findet ja Geld...
damit, dass man Dinge clickbaity macht. Heißt, ich habe da irgendwie Symptome, dass ich aber so stark aufbausche und dann da ein Riesenproblem draus mache, dass Leute auf jeden Fall auch dabei bleiben und denken, wow, so sind Menschen mit ADHS, ja. Und das, glaube ich, hilft dann Menschen mit ADHS selbst gar nicht so sehr. Und es gab aber schon so eins, zwei Tipps, die mir auf jeden Fall geholfen haben. Aber zur Literatur sehe ich das genauso. Ich habe auch
Im Internet findet man sehr viel Infos zum ADHS, die ich teilweise falsch finde oder die auch einfach nicht den aktuellen Forschungsstand widerspiegelt. Das ist ja ein Problem, allgemein da ist. Keine Ahnung, ich hab mal was 2004 ins Internet geschrieben. Das kann völlig richtig sein. Und dann lesen das Menschen aber 20 Jahre später immer noch und glauben das immer noch und geben da halt was völlig Falsches wieder. Und das ist halt echt Problem im Internet, gerade mit veralteten Quellen, wo ich aber gar nicht weiß, dass die Quelle veraltet ist.
Von daher, guckt, was ihr nutzt. Auch Literatur kann veralten. Wenn ich mich heute mit ADHS beschäftigen würde, würde ich maximal Bücher kaufen, die vielleicht drei Jahre alt sind, weil ich habe die letzten drei Jahre schon so viele neue Studien gelesen, die auch ganz viele Dinge auf den Kopf stellen, von denen man früher ausgegangen ist, dass die nicht so sind. Dass das so ein Punkt wäre, wo ich sagen würde, naja, das ist dann zumindest auch halbwegs korrekt, aber selbst das...
ist ja auch Jahr lang geschrieben worden. Man basiert dann also eher auf Wissenstand von vor vier Jahren und ob die Person, die das dann geschrieben hat, ganz aktuellen Wissenstand hat, ist ja auch, Also überlegt halt, was ihr lest und in welchem Zeitrahmen ihr es lest.
Hannah (32:33.335)
Auf Fall. Auf jeden Fall. Also das finde ich auch. immer wichtig, aber es ist halt auch nicht immer leicht. von daher muss man da auch gut auf sich acht geben, finde ich, dass man nicht sich zu sehr stresst.
Johannes (32:46.212)
Ja, das auch. Was mir, glaube ich, mit der Diagnose am meisten geholfen hat, war, überhaupt auf diese Ressourcen zugreifen zu können. Da hatte ich halt irgendwie einen Stempel, hey, du hast ADHS. Und dann habe ich angefangen, okay, jetzt beschäftige ich mich auch mehr damit. Jetzt weiß ich, dass das wahrscheinlich ein Ding ist. die Diagnose war falsch, gehen wir jetzt mal nicht von aus. Und dann habe ich angefangen, mich damit tiefer zu beschäftigen, habe mir dann Ressourcen geholt und habe auch angefangen, Podcasts zu hören. Und für mich hat das halt...
eher in die Richtung ganz viel geholfen, Zugriff auf diese Ressourcen zu haben, die ich natürlich auch vorher schon hätte nutzen können, aber ich hatte da halt schon noch Bedenken auf Ressourcen zuzugreifen von etwas, wo ich mir nicht sicher war, ob ich es wirklich habe.
Hannah (33:30.717)
Was würdest du sagen, ich habe ja auch schon gesagt, du hast mich gefragt, was ist die optimale Therapie? Ich habe versucht, eine Antwort zu finden. Was würdest du sagen, wären deine Tipps für Leute, die die Diagnose haben oder bekommen haben? Was soll man machen zum Abschluss der Folge?
Johannes (33:35.796)
Hm?
Johannes (33:48.373)
keine Psychoanalyse machen. Das ist eine gute Frage. Also ich glaube es macht Sinn auf jeden Fall nach TherapeutInnen zu gucken, die schon Erfahrungen mit ADHS haben. Ich glaube die Diagnose, also die Therapieart ist wahrscheinlich relativ egal. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass du Leute hast, die Ahnung von ADHS haben, die schon mit Menschen mit ADHS gearbeitet haben, die jetzt vielleicht auf ihrer Webseite, wenn sie eine haben, nicht viel Schwurbel zu ADHS verbreiten.
Und was mir tatsächlich geholfen hat, ist, dass die Person, die mich diagnostiziert hat, selbst ADHS hatte. Da hat man sich natürlich noch mal mehr verstanden gefühlt. Ich glaube, das ist vielleicht etwas, was schon nicht unbedingt sein muss. Ich glaube, es hilft auch oft mal, neurotypische Perspektive einzunehmen, weil so hart das klingt, wir müssen ja leider trotzdem in einer Gesellschaft existieren, die neurotypisch ist. Und ich befürchte, dass wir da auch leider uns bisschen an neurotypisches Verhalten anpassen müssen.
weil wir nicht davon ausgehen können, dass sich neurotypische Menschen komplett auf uns anpassen. Und von daher ist es vielleicht auch nicht verkehrt, mal die Perspektive zu bekommen. Aber das muss, glaube ich, jeder für sich individuell entscheiden. Ist auch ein bisschen die Frage, was ist Ziel der Therapie? Ist es eher Ziel der Therapie, in der Gesellschaft zu funktionieren? Oder ist es eher Ziel der Therapie, selbst besser zu funktionieren? Ist es Ziel der Therapie, seine Depressionen zu bekämpfen? Ich glaube, jetzt habe ich sehr viel abgeschrifft. glaube, das ist die erste Frage, die man sich stellen muss. Was möchte ich mit der Therapie erreichen?
dann zu gucken, mit wem kann ich das in der Therapie erreichen. Und das aber auch im Erstgespräch ganz klar zu sagen, was dein Ziel der Therapie ist.
Hannah (35:26.451)
Wenn du's weißt.
Johannes (35:27.6)
Wenn du es weißt, natürlich. Wenn du es nicht weißt, es ja vielleicht auch etwas, man mit einem Therapeuten drüber sprechen kann. ich hab zwar das Gefühl, ich hab Probleme. Ich weiß aber gar nicht, was jetzt gar nicht mein größtes Problem ist. Lass mich doch erst mal herausfinden, was das größte Problem ist. Kann man ja auch schon im Rahmen von einem Vorgespräch oder von einer Therapie machen. Und dann halt da in die Tiefe zu gehen. Genau.
Hannah (35:45.838)
Ja, okay. Ich glaube, für so einen ersten Überblick ist es eigentlich ganz gut gewesen heute. wenn ihr uns jetzt zuhört und das Gefühl habt, haben irgendwas superwichtiges vergessen oder ihr habt eigene Erfahrungen gemacht, dann könnt ihr uns das ja vielleicht gerne mal mitteilen und wir schauen, ob wir nochmal was ergänzen wollen oder ob wir nochmal eine ganz spezifische Folge dazu machen können.
Johannes (36:13.722)
Und liebe Psychoanalytikerinnen, ich hab euch trotzdem lieb.
Hannah (36:17.389)
Okay, dann würde ich sagen, verabschieden wir uns. Bis zum nächsten Mal.
Johannes (36:19.477)
Dann genau, bis zum nächsten Mal. Ciao!