zwei gezeichnete Personen vor einem einfarbigen Hintergrund. Text Oversharing Folge 17

Folge 17 - ADHS & Schlaf

09.12.2024

In dieser Folge sprechen wir über die Zusammenhänge von ADHS und unserem Schlafverhalten

Zur Folge

Takeaways

  • Schlaf und ich haben eine ambivalente Beziehung.
  • ADHS führt häufig zu Schlafstörungen.
  • Hyperarousal kann den Schlaf negativ beeinflussen.
  • Die innere Uhr von ADHS-Betroffenen ist oft verschoben.
  • Schlechter Schlaf beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit.
  • Rituale sind wichtig für einen gesunden Schlaf.
  • Schlafprobleme sind in der Gesellschaft oft nicht anerkannt.
  • Strategien zur Schlafverbesserung sind individuell.
  • Lärm kann den Schlaf erheblich stören.
  • Schlaf ist für viele ADHS-Betroffene ein ständiges Thema.

Transkript Folge 17

Johannes (00:01.91)
Hallo und herzlich willkommen bei Oversharing, dem ADHS Podcast mit Johannes und

Hannah (00:07.708)
Hannah, hallo! Endlich mal wieder.

Johannes (00:11.304)
Ja, lange, lange ist es her, dass wir einen Podcast aufgenommen haben, auch wenn wir mal zwischendurch eine Folge hatten, aber wir hatten ja jetzt essentiell drei Monate Pause ungefähr. Ein bisschen, ein bisschen gezwungen durch Technikprobleme, Zeitprobleme, Verplanungsprobleme. Da kam irgendwie alles bei raus.

Hannah (00:22.957)
Vermutlich.

Hannah (00:36.604)
Und heute hätte es ja auch beinahe nicht geklappt, man kurz dazu sagen. das Schicksal ist uns nicht heult.

Johannes (00:40.182)
Ja. Nein, wirklich nicht. Aber gut, hier sind wir. Wir haben eine neue Folge euch mitgebracht. Wie ihr den Titel schon entnehmen könnt, werden wir heute über das Thema ADHS und Schlaf mit euch sprechen.

Hannah (00:54.234)
Endlich, weil das war ja eine heiß ersehnte Folge, tatsächlich.

Johannes (00:58.889)
Ja, Hada, wie gut schläfst du denn so?

Hannah (01:01.634)
Das ist phasenweise sehr unterschiedlich. würde sagen, grundsätzlich haben Schlaf und ich eine sehr ambivalente Beziehung. Ich bin leider jemand, der sehr leichten Schlaf hat und auch nicht so gut in den Schlaf reinkommt und sich meistens auch nach dem Schlafen nicht so zu 100 Prozent erholt fühlt. Kleiner Spoiler für den weiteren Verlauf der Folge. Wir werden natürlich auch darüber reden, warum das so ist.

Und dass das vielleicht kein Zufall ist, dass ich einfach nur verfeindet mit Schlaf bin, sondern dass es da auch echte Gründe für geben könnte. Ich muss aber sagen, mittlerweile habe ich meistens ganz gute Strategien dafür, wie ich in den Schlaf komme und wie ich dem so gegensteuern kann. Deswegen schlafe ich tatsächlich mittlerweile ganz okay, würde ich sagen, außer in so super krassen Ausnahmezuständen, wo ich ganz gestresst bin. Wie ist es bei dir?

Johannes (01:58.446)
Ja, ähnlich. Also, beziehungsweise wechselhaft. Problem ist, ich halte mich oft nachts wach. Und ich glaube nicht, dass mein Problem ist, wenn ich mal schlafe, dann wirklich durchzuschlafen. Da bin ich eigentlich ganz gut drin. Auch wenn es dann Mal-Situationen gibt, wo ich Probleme habe einzuschlafen oder auch durchzuschlafen. Das ist ja die Ausnahme. Mein Problem ist mehr, dass ich halt nicht zu Ruhe komme vorher und dann überhaupt gar nicht erst quasi mit dem Einschlafprozess anfange.

Meine PartnerInnen waren immer sehr fasziniert davon, wie schnell ich eigentlich einschlafen kann, wenn ich dann mal versuche zu schlafen. Das liegt aber auch bei mir tatsächlich daran, dass ich besser schlafen kann, wenn jemand neben mir schläft.

Hannah (02:38.722)
Das kann ich, glaube ich, so pauschal nicht sagen. es kommt sehr drauf an, wer neben mir liegt, ob ich gut schlafen kann oder nicht. Und auch, wie unruhig oder laut diese Person ist. Also, ich ja schon gesagt, ich habe einen sehr leichten Schlaf und alles, was Geräusche macht, ist potenziell der Feind meines erholsamen Schlafes, muss ich sagen.

Johannes (03:00.278)
glaube da habe ich echt Glück gehabt. Das habe ich halt tatsächlich gar nicht. Also bei mir mich herum kann es laut sein. kann, keine Ahnung, Gewitter geben oder auch, was weiß ich, das Hausleben her abbrennen. Das würde ich wahrscheinlich gar nicht mitbekommen.

Hannah (03:16.02)
Ich glaube auch ehrlicherweise, dass ich mir das vielleicht bisschen antrainiert habe. Also nicht freiwillig, logischerweise. Aber ich habe ja eine Zeit lang in meinem Studium, also eigentlich fast das ganze Studium über, in Pflegefamilien gearbeitet, wo ich quasi Kinder betreut habe, die FASD haben, also Fetales Alkoholsyndrom. Und habe da auch viel geschlafen. Und da muss man einfach sehr aufmerksam sein und quasi permanent bereit sein.

wach zu sein und eingreifen zu können. Und ich glaube, dass das noch so ein bisschen so ein Überbleibsel davon ist und dann vermutlich einfach geblieben ist.

Johannes (03:54.996)
Ja, das kann ich mir tatsächlich auch gut vorstellen. Ich glaube, ich habe mir das bisschen abtrainiert, dadurch, dass ich am Anfang meines Studiums zwei Jahre lang auf der Einfahrtschleise zur Uniklinik des Saarlandes gewohnt habe, wo Rettungshubschrauber und Krankenwagen wirklich teilweise Viertelstundentakt eingetroffen sind. Und ich glaube, ich deswegen ganz gut durchschlafen kann. Aber warum reden wir überhaupt?

über das Thema Schlaf. Schlaf ist, gerade wenn man ADHS hat, durchaus häufiger mit Problemen verbunden. gibt Studien zu, auf die wir später noch eingehen werden, dass Menschen mit ADHS noch die schlechter schlafen. Aber ich bin ja nicht die Fachperson hier, sondern Hanna ist ja die Fachperson hier. Von daher, Hanna, magst du ein bisschen was davon erzählen oder dazu erzählen?

Hannah (04:46.588)
Ja, also ich glaube, ehrlicherweise bin ich für diesen Bereich vielleicht auch nicht die Fachfachperson, aber es gibt natürlich einige Dinge, die wir einfach auch so, also die man auch gut recherchieren kann. Das heißt, wenn ihr euch mit dem Thema auch nochmal tiefergehend beschäftigen wollt, einfach nur uns zuzuhören sozusagen, dann werdet ihr das auch relativ schnell finden. Und ich würde mal an dem anknüpfen, was ich gerade schon gesagt habe, mit diesem Antrainierten, Superaufmerksam, denn dafür gibt es ja auch einen Namen.

Witzigerweise eben gerade, Johannes, als wir ja schon quasi einmal noch mal auf die Struktur geguckt haben, meintest du auch so, ja, Hyperarousal, das kenne ich. Und das ist ja zum Beispiel genau das, was ich gerade beschrieben habe. Also dieses Hyper, das sagt ja schon so ein überaktives Nervensystem, also quasi immer in Alarmbereitschaft zu sein. Und ich finde, das ist ja dann auch irgendwie nur logisch, dass wenn man in so einem permanenten Alarmzustand oder

zumindest der Vorstufe davon ist, dass man dann eventuell schlechter schläft, weil man ja quasi ständig bereit sein muss, sich irgendwie irgendwas zu kümmern. Und das ist unter anderem einer der Gründe, warum es Schwierigkeiten geben kann, zu einem erholsamen Schlaferlebnis zu kommen mit ANHS. Und das andere ist, das kennen vielleicht auch viele, also das andere, eins der anderen Dinge ist, dass

ADHS-Köpfe ja häufig dazu neigen, nicht so richtig gut ruhig zu werden und nicht so richtig gut die Gedanken ausschalten zu können. Und das natürlich, wenn da irgendwie noch 50 offene Monologe im Kopf, vielleicht auch Dialoge, stattfinden, dass es dann schwierig ist einzuschlafen. Also, dass die Gedanken einfach abends schlecht zur Ruhe kommen können. Und dass es, ich würde sagen, sehr viel Übung bedarf, damit erst mal zurechtzukommen und

diese Gespräche zu beenden.

Johannes (06:50.218)
Ja, wobei ich erstaunlicherweise auch gerade als Kind überhaupt keine Probleme hatte einzuschlafen. Ich glaube, das ist so eines der wenigen ADHS-Symptome, die bei mir tatsächlich erst später aufgetreten sind, als dann nämlich soziale Medien und Handys beliebter wurden und ich mich damit halt richtig gut ablenken konnte. ich würde sagen, bei mir war das weniger ein biologisches Problem als mehr ein... Okay, ist mental, ist natürlich auch Biologie, aber...

Ich würde sagen, war weniger ein Problem, dass ich ständig Gedanken kreisen oder hatte. Hyperarousal kenne ich, aber eher als Ausnahme als Regel. Aber bei mir war das Problem eher überhaupt, die Entscheidung zu treffen, jetzt ist ein Moment, wo ich mal die Augen zumache.

Hannah (07:36.482)
Mhm. Ja, ich glaube, dass das tatsächlich auch, und ich muss eigentlich sagen, ich kann mich gar nicht dran erinnern, ob ich als Kind gut schlafen konnte oder gut einschlafen konnte oder nicht. ist einfach blank space in meiner Erinnerung. Deswegen kann ich nur so aus meiner Erwachsenenperspektive erzählen. Und da muss ich sagen, war das für mich einfach immer ein Thema. Also guter Schlaf und ich, sind echt sehr entfernte Bekannte. Wie gesagt, also es hat sich mittlerweile ein bisschen reguliert und ich hab da jetzt auch ganz gute Wege gefunden, aber es war ja lange Zeit.

Ich das auch einfach so akzeptiert. dachte, Schlafen ist nicht für mich, für andere vielleicht. Es ist nicht für mich. Na gut. Und in den letzten Jahren habe ich da noch mal bisschen mit aufgeräumt, ich sagen.

Johannes (08:18.318)
Ja, ich sehe, ich mir jetzt hier so deine Forschung, also deine Recherche, nicht deine Forschung, deine Recherche angucke, auch ein Thema, das Menschen mit ADHS oft eine verschommene Inruhr haben. dass Menschen mit ADHS halt später ins Bett gehen und dann aber halt auch erst später wach werden und halt einfach Probleme haben, sich dann gesellschaftliche Zeitpläne anzupassen. Ist ganz interessant, weil das höre ich tatsächlich im Zusammenhang mit ADHS das erste Mal. Aber möchte ich jetzt gar nicht, also ich möchte jetzt gar nicht sagen, dass es...

Das ist falsch, aber das passt natürlich schon, weil ja Zeit eh eine Sache ist, die bei ADHS ja oft schwierig ist, dass wir ein Zeiggefühl haben, das irgendwie nicht dem der Normalgesellschaft entspricht und dadurch halt Probleme verursacht. Und diese verschobene innere Uhr kenne ich bei mir auf jeden Fall auch.

Wenn es nach mir gehen würde, ich auch erst 10 aufarbeitet sein, aber dafür auch erst 2 ins Bett gehen. Erstaunlicherweise bin ich trotzdem nicht früher auf Stilfitter, aber naja.

Hannah (09:20.186)
Ja, also das ist ja auch tatsächlich nicht nur bei ADHS so, sondern ich habe ja gerade von den FASD-Kindern ge- erzählt, die ich betreut habe. Bei denen ist das auch häufig so und auch kennen wahrscheinlich aber auch viele Leute, die nicht mal unbedingt Neurodivergenz haben, sondern im Schichtsystem arbeiten oder ich glaube, es gab mal Forschungen, ich kann mich ehrlicherweise nicht genau daran erinnern, wann das war, aber ich meine, es gab auch mal Forschungen, die so ein

Symptome zum Beispiel bei Lkw-FahrerInnen auch festgestellt haben, weil die auch so einen verrückten Schlafrhythmus haben und dass das dann auch tatsächlich was ist, was sich langfristig einstellen kann. Also diese verschobene innere Uhr und dieses, dass der Tages-Nacht-Rhythmus einfach gestört ist.

Johannes (10:10.023)
mich bei Ärztinnen mal interessieren, wie das ist bei Krankenpflegerinnen. Aber ja.

Hannah (10:13.954)
Wie gesagt, bei Schichtsystemen gibt es, glaube ich, diese Studien. Aber trotzdem, also ich glaube, das findet man auch bei Menschen, nicht unbedingt neurodivergent sind. Und trotzdem ist es ja irgendwie da. Also in meiner Recherche ist mir das zum Beispiel auch begegnet mit der Begründung, das quasi ... dass die ... Mein Gott, können wir das rausschneiden? Dass dieses ... Was ich jetzt hier mache? Also ...

Johannes (10:16.28)
Achso, da hat es gerade gesagt. Sorry.

Hannah (10:43.112)
Bei meinen Recherchen begegnet dieses Phänomen. Ich hatte es ehrlicherweise so auch noch nicht ganz auf dem Schirm. Und die Begründung, die ich dazu gefunden habe, ist unter anderem, das Melatonin, was ja dafür zuständig ist, dass wir uns beruhigen oder mit dafür zuständig ist, was man ja auch zum Beispiel als eigenständiges Mittel erwerben kann, dass die Ausschüttung von diesen Hormonen durch die, durch das, mein Gott.

Hannah (11:18.09)
Ich fang noch mal ganz von vorne mit der Erklärung an. hab das Gefühl, meine Medikamente sind nicht mehr ausreichend eingestellt.

Johannes (11:25.006)
Okay. Krass. Oh. Ah nein. Ich muss mal wie ich das vernünftig zusammengeschnitten bekomme, aber irgendwie krieg das hin.

Hannah (11:26.6)
Aber ich war nicht bei meinem letzten Termin. Ich war krank. Und dann konnte ich da nicht anrufen. dann ...

Hannah (11:37.154)
Du kannst sie einfach bei der letzten Erklärung aufhören. Ich fange komplett von vorne an.

Johannes (11:41.774)
Ja. Gut.

Hannah (11:45.652)
Muss mich kurz erinnern.

Hannah (11:53.118)
Was hast du denn gesagt zuletzt, wo ich gerade drauf reagieren wollte?

Johannes (11:55.854)
Gott. Ja.

Hannah (11:59.326)
Ich leite das jetzt einfach damit ein, dass es jetzt vielleicht weird ist, weil ich was sag, was nicht dazu passt.

Ja? Gut. Also, was ihr jetzt hört, hört sich vielleicht ein bisschen so an, als wäre da ein großer Themensprung drin, was auch durchaus sein kann, weil ich mich gerade ungefähr zehnmal verhaspelt hab und während ich dann einen neuen Versuch starten wollte, nicht mehr genau wusste, worauf ich mich beziehen wollte. Also ein sehr klassischer ADHS-Move könnte man meinen. Ich meine aber, nee. Damit wir aber jetzt weitermachen können ...

Johannes (12:06.699)
Ja klar.

Johannes (12:26.654)
wäre uns ja doch nie passiert.

Hannah (12:31.266)
Rede ich jetzt einfach darüber, woran ich mich noch erinnern kann. Ich erzählte auf jeden Fall gerade darüber, dass bei der Recherche zu diesem Thema mir dieses Phänomen das erste Mal auch so richtig sehr bewusst irgendwie über den Weg gelaufen ist, diese verschobene innere Uhr. Ich wusste das schon, aber so konkret kam es jetzt nochmal neu für mich auch auf. Und die Begründung, die ich dafür gefunden habe, ist ...

dass quasi die Dysregulation der Neurotransmitter in unserem Gehirn quasi auch einen Einfluss auf das Melatonin und die Ausschüttung davon hat. Also Melatonin quasi das Schlafhormon und dass das quasi die ein bisschen chemische Erklärung dafür ist, warum das vorkommen kann. Wenn ihr das jetzt beim Hören irgendwie bemerkt oder ist vielleicht ein Fehler drin, lasst es uns gerne wissen, weil

Natürlich können Johannes und ich auch nicht für alles die Super-ExpertInnen sein und wir recherchieren zwar und machen hoffentlich, und ich würde auch sagen, machen wir wissenschaftlich ganz gute Arbeit hier. Aber natürlich, wenn ihr mehr Fachwissen habt, dann gerne an uns weitergeben.

Johannes (13:46.83)
Genau. Hannah hatte auch mal ein paar Studien rausgesucht, die Menschen mit ADHS und Schlaf betreffen. Und mit Effekt, wenn ich mir das so alles angucke, ADHS ist mal wieder der Lotte-Gewinn überhaupt. 50 bis 80 Prozent der Erwachsenen mit Schlafstörungen. Kinder haben eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit für Schlafprobleme wie neurotypische Kinder. Menschen mit ADHS schlafen oft ein bis anderthalb Stunden später ein als neurotypische Menschen. Der REM-Schlaf ist oft gestört.

Klingt doch alles so, als ob man damit richtig gut existieren könnte, oder?

Hannah (14:21.362)
Ja, und ich finde auch, ehrlicherweise muss man noch mal kurz sagen, das hattest du vorhin auch schon mal kurz angetickt, es ist halt einfach wirklich ziemlich fatal, wenn diese ganzen Dinge passieren in einer Welt, in der wir oft gezwungen sind, viel schon zu machen und ziemlich gut zu funktionieren zu einem sehr frühen Zeitpunkt. Also alleine schon mal der Blick ins Schulsystem ist ja schon so, dass, ich kann mich dran erinnern, meine Gymnasiallzeit,

der Unserrecht hat um 10 vor 8 angefangen. Also nicht mal um 8, sondern um 10 vor 8. Und da musst du dann ja im Zweifelsfall einfach auch schon sehr leistungsfähig sein. Und wenn du das nicht kannst, ist irgendwie schwierig. Wenn du aber keinen guten Remschlaf hast, also sprich auch die Verarbeitung von dem, was du so erlebt hast, irgendwie gestört ist, dann erinnerst du dich vielleicht auch nicht so gut an Dinge oder bist einfach weniger erholt und dementsprechend vermutlich auch weniger leistungsfähig.

Das ist so bisschen auch die Überleitung, warum wir ja auch gesagt haben, es wäre irgendwie wichtig, dieses Thema zu sprechen, ist, welche Auswirkungen hat denn das dann überhaupt, wenn man so einen schlechten Schlaf hat?

Johannes (15:29.896)
Ja, ich kann für mich ganz klar sagen, für mich ist schlechter Schlaf fatal. Also ich hab, das hatte ich ja schon mal anklinken lassen, einen Job, wo ich viel in Videokonferenzen bin, wo ich viel aufmerksam sein muss, wo ich auch viel von mir aus arbeiten muss, wo ich auch viel eigenen Antrieb brauche. Alles Dinge, die mit ADHS ja jetzt eh, sagen wir mal, etwas eher schwer sind. Und dann doch unausgeschlafen sein, das ist die Hölle.

Ich hatte, ich habe von jetzt Montag auf Dienstag so schlecht geschlafen, dass ich tatsächlich nach 5 Stunden von der Arbeit einfach sagen muss, ich gehe jetzt, also ich kann das mit über Stundenzulük ausgleichen, aber ich war so unreguliert und unaufmerksam, das ging gar nicht. Und das ist tatsächlich etwas, wo ich eigentlich relativ stolz drauf bin, dass mir das halt super selten überhaupt passiert, weil ich eigentlich mittlerweile ganz gut darin bin, meinen Schlaf so zu regulieren, dass ich zumindest so genug bekomme, dass ich arbeitsfähig bin.

Aber manchmal gibt es halt einfach Tage, da geht es gar nicht. Oder manchmal auch ganze Wochen. ein Problem, ich habe, weil ich sehe jetzt gerade hier in deiner Liste hast du auch das Thema Revenge, Bad Time, Procrastination, schönes Wort oder schöner Satz, schöne Wortfolge aufgeschrieben. Also im Endeffekt das Aufschieben des Schlafengehens, weil der Abend die einzige freie Zeit ist. Ja, das kenne ich, wie wahrscheinlich sehr viele von uns. Und ich habe

Hannah (16:37.186)
Ja.

Johannes (16:53.358)
Das ist tatsächlich eine der wenigen Punkte, wo ich es wirklich mal geschafft habe, mit halbwegs viel Disziplin mal mein Leben etwas in eine Richtung umzustellen, die für mich besser ist. Weil ich es tatsächlich mal irgendwann geschafft habe, regelmäßig um 23 Uhr ins Bett zu gehen und um 7 Uhr aufzustehen. Und das aber auch am Wochenende durchziehe, weil...

denke, eine der Sachen, die ich mit ADHS gelernt habe, die man natürlich auch oft hört, ist Rituale, Rituale, Rituale. Und ein Ritual, das du nur fünf Tage die Woche machst und nicht sieben Tage die Woche, ist kein Ritual. ist... Also für mich ist das random. Und... seit ich das geschafft habe, ist auch am Wochenende meistens zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und meistens zur gleichen Zeit aufzustehen. Was ja auch, wenn wir mal logisch dran drüber nachdenken, das überhaupt keinen Unterschied macht. Ob ich jetzt...

zwischen 23 und 7 Uhr Schlaf oder zwischen 2 Uhr und 10 Uhr. Ich habe ja genauso viel vom Wochenende. Das macht ja eigentlich überhaupt keinen Unterschied. Es ist ja nur in unserem Kopf, dass wenn wir länger wach bleiben, mehr vom Tag haben.
Hannah (00:02.142)
Also das, was du gerade sagst oder beziehungsweise diese Logik entsteht ja auch, würde ich denken, aus einer Arbeitswoche. Also wenn ich erst spät nach Hause komme und dann früh ins Bett gehe und am nächsten Tag wieder bei der Arbeit ankommen muss, dann ist das natürlich ja auch so, dass ich wirklich weniger Zeit habe. Es ist aber natürlich auch einfach ein ziemlich blöder Teufelskreis, weil wenn ich das länger rauszöger über meine eigentliche

Zeit, die ich eigentlich kann oder über meine Kapazitäten heraus, dann habe ich vielleicht mehr Zeit, aber natürlich mache ich so bisschen Raubbau an den Energiereserven und an meinen Kapazitäten für die nächsten Tage. Und da wären wir jetzt ja wieder zum Beispiel bei dem, was wir beim Pacing schon beschrieben haben.

Johannes (00:49.171)
Ich spreche euch den Daz zu

Hannah (00:50.902)
Genau, also dass wir einfach davon ausgehen können, dass wir so ein Gesamtenergiepaket quasi haben und dass wir, wenn wir über diese Energiereserven für die einzelnen Tage gehen, dann quasi das wegnehmen, was wir sonst noch hätten. ich, also ich würde einfach denken, es ist so gemein, weil natürlich wollen wir auch am Sozialleben teilhaben und möglichst lange irgendwie Dinge machen.

Und auf der anderen Seite ist es natürlich so, dass es auch wirklich viele Studien gibt und das kann ich auch von mir selber aus eigener Erfahrung sagen, dass je schlechter der Schlaf, je länger ich schlechten Schlaf habe, desto schlimmer wird halt auch alles andere, weil natürlich das auch dazu führt, dass alle anderen ADHS-Symptome, die ja sowieso schon da sind, deutlich stärker werden. Also wie du schon gesagt hast, weniger Konzentration, weniger Aufmerksamkeit, man ist irgendwie fahriger.

Ich weiß auch nicht, wie es dir geht, aber bei mir ist es auf jeden Fall so, dass ich einfach auch viel schneller so in extremeren Emotionen bin. Und dass ich auch richtig häufig denke so, mein Gott, ich werde krank. Ich bin in echt aber nur erschöpft, aber ich denke, mein Gott, ich werde krank. das ist dann auch so, dass ich mich da so doll darauf konzentriere, dieses Gefühl, krank zu werden, dass ganz viel anderes auch nicht mehr stattfindet.

Johannes (01:53.867)
Ja.

Johannes (01:58.74)
Ja. Ja. Boja.

Johannes (02:09.418)
Boah ja, das ist echt ein Ding, wenn ich müde bin, ich auch das Gefühl, krank zu werden. Und, spannend, das höre ich auch zum ersten Mal, und zum anderen ist auch meine Lebensqualität auf der Arbeit einfach so stark eingeschränkt, davon, dass ich müde bin und davon, dass ich auch die ganze Zeit daran denke, müde zu sein, was mich nicht dazu führt, dass ich effektiver bin, dass ich, also das ist glaube ich so der Hauptpunkt für mich.

um meine Arbeitsqualität zu erhöhen, ist wirklich wach zu sein. Und ich hab da halt auch mehr Energie, weil ich hab einen Job, da muss ich viel selbst nachdenken, muss ich viel selbst erarbeiten. Das kann ich halt eigentlich nur, wenn ich ausgeschlafen bin. ich nicht ausgeschlafen bin, dann sitz ich in so Meeting, drifte vor mich hin und bin einfach weg. Und das ist etwas, das hab ich die letzten Monate echt deutlich besser in den Griff bekommen. Aber es ist natürlich trotzdem auch was, wo ich leider immer wieder dran arbeiten muss, weil ich immer wieder in

schlechte Muster reinfalle und immer wieder auch eigentlich schon lange gelebte Rituale von einem auf einer Tag aufgebe, als wüsste ich nicht, was dann passiert.

Hannah (03:14.486)
Ja, Klassiker. Ich kenne das auch. Ich erwische mich auch immer mal wieder in Phasen, ich so denke, warum bin ich so kaputt? Warum geht's mir so schlecht? Und dann gucke ich so zurück auf die letzten Tage und denke so, ach ja, hm, daran liegt's vielleicht. Vielleicht müsste ich mal wieder früher ins Bett gehen. Oder vielleicht muss ich aufhören, mir irgendwas super Aufregendes zum Schlafen anzuhören, weil ich dann nämlich nicht dabei einschlafe, sondern denke, mein Gott, wie geht's weiter? Oder

Johannes (03:22.318)
Ja.

Johannes (03:27.509)
Hehehehehe!

Hannah (03:44.175)
Warum ist dieses Geräusch so aufregend? Ich hab mal als Hörbuch, weil ich dachte, das Buch kenn ich aus meiner Kindheit, da muss ich mich nicht so drauf konzentrieren, die kleine Hexe von Otfried Preußler gehört. Und ich sage es dir, wie es ist, es war eine der schlimmsten Ideen, was das Thema Schlafen angeht, überhaupt, es ist keine Geschichte, sondern ein Hörbuch, das ich gehört habe. Und da waren so viele so unerwartete Geräusche im Hintergrund, dass jedes Mal, ich so ein bisschen ins Eindösen kam,

Johannes (03:53.23)
Mhm.

Hannah (04:12.69)
hat irgendwo eine Hexe gelacht oder irgendein Rabe irgendein Geräusch gemacht oder irgendwelche super lauten, super erschreckenden Geräusche. Und dann war ich immer komplett wach. Und das war so, ja, die Idee war vielleicht ganz gut, so ein Kinderbuch sich anzuhören, was man schon kennt, aber die Geräusche, kamen wirklich anders. Also das war gar nicht angenehm.

Johannes (04:34.706)
Interessant. glaube, also ich höre gerade die Iliads und das könnte ich mir wahrscheinlich sogar ganz gut vorstellen, als Hörbruch das ist jetzt auch kein Hörspiel. Ich finde es interessant, weil es jetzt auch nicht hochspannend, weil man weiß wie es ausgeht und man weiß grundsätzlich was passiert. Ja, das könnte ich mal probieren. Was mir tatsächlich beim Einschlafen hilft, ist ein Hobby, das ich lange hatte, aber jetzt auch einige Jahre irgendwie

zu seite gelegt habe und zwar vorher noch lesen. Und das kann dann auch spannender sein, aber finde Lesen macht halt müde. Und danach kann ich eigentlich ganz gut schlafen. Aber der beste Tipp, den ich zum Einschlafen bekommen habe, war völlig random vor einigen Monaten auf TikTok oder Instagram. Der Account behauptete, meine ich, er wäre Neurowissenschaftlich. Ich überhaupt keine Ahnung, ob er das war. Ich habe es auch nicht recherchiert.

Aber der meinte, naja, es gibt ja so Tipps wie, keine Ahnung, man soll Schäfchen zählen oder was weiß ich. Aber gerade wenn man ADHS hat, ist es immer doof zu wissen, was kommt. Das heißt, das Gehirn konzentriert sich darauf, du zählst 1, 2, 3 Schäfchen, dann ist dein Gehirn aber schon bei 4, 5, 6, 7 und ist eigentlich aufmerksam. Das willst du ja nicht. Und wenn du dir aber

Random Wörter überlegst, also keine Ahnung, Blubberlutsch, Quasselquab, Fiddlefick, was weiß ich, das als Reihenfolge. Das hat bei mir tatsächlich dazu geführt, dass ich super schnell müde werde. Weil das halt dazu führt, dass mein Kopf sich auf andere Dinge konzentriert.

Hannah (06:19.478)
Das hast du mir, glaube ich, schon mal erzählt. Also, es muss dich nachhaltig beschäftigt und beeindruckt haben.

Johannes (06:28.436)
Das ist tatsächlich die effektivste Einschlafmethode. Ich habe ja wie gesagt kein großes Problem mit meinem Einschlafen, aber halt mal schon. Und wenn ich das habe, bringt mich das relativ zuverlässig dazu, einfach einzuschlafen.

Hannah (06:41.494)
Das spannend. Also mein größter Tipp, und das sage ich auch immer wieder, und vielleicht habe ich es auch schon mal irgendwann in einer Folge gesagt, und ich sage es auf jeden Fall auch regelmäßig an Freundinnen, Familienmitglieder und Klientinnen hier, ist, ich bin ja Fan von Sachen, für die man gar nichts machen muss. Also wenn ich mich nicht anstrengen muss, dann will ich mich auch nicht anstrengen. Und deswegen ist mein absoluter Gamechanger einfach eine Akkupressurmatte. Sich da nochmal drauf zu legen vor dem Schlafen.

Oder eventuell sogar drauf einzuschlafen. Ich weiß, auf diesen Dingern steht, man soll nur eine halbe Stunde drauf liegen. Aber ... keiner sagt mir, wie lange ich drauf liegen darf und wie lange nicht. Ich schlaf da manchmal drauf ein. Und irgendwann wird man wach, und dann zieh ich die so raus. Und dann schlaf ich einfach weiter. Ich hab das Gefühl, Körper kommt so doll zur Ruhe. Mein Nervensystem beruhigt sich total, wenn ich auf der Matte liege. Das ist für mich richtig hilfreich gewesen. Und auch ...

die halt in der Nähe des Bettes zu haben, weil ein häufiges Problem mit Schlafen bei ADHS-Lain und auch bei mir ist ja zum Beispiel das Durchschlafen. Und wenn ich nachts aufwache, dann fällt mir das wirklich sehr schwer, wieder in einen Schlaf reinzukommen. Wenn ich aber mich auf diese Matte lege, dann geht es tatsächlich auch, weil da mit verbunden ja auch ist, dass man eine feste Position hat. Also ich muss mich nicht irgendwie zehnmal rumwälzen, bis ich irgendeine gemütliche Position habe, sondern ich liege halt auf dem Rücken auf dieser Matte und

dann ist das auch in Ordnung. Wenn ich quasi so frei liege, dann hab ich eher das Gefühl, ich finde jetzt, weil ich halt nicht wieder einstaffen kann, keine gemütliche Position und steigere mich da so richtig schön rein. Wenn ich auf die Matte gehe, passiert mir das halt nicht. Und das ist wirklich, also das war für mich wirklich ein richtig doller Gamechanger, einfach auch, weil ich nichts machen muss. Ich muss keine Atemübung machen, ich muss keine Meditation machen, ich muss mir keine Wörter ausdenken, ich muss keine Schafe zählen, ich muss einfach nur auf dieser Matte liegen. Und das kann ich.

Johannes (08:37.482)
Na gut, man muss natürlich immer noch die Matte irgendwo hinlegen, wo man dann auch schläft. Oder wo man zumindest liegen kann. Also ja, ich müsste vielleicht mal mir eine zulegen. Ich kann mir vorstellen, dass das für mich nichts wäre, weil mich wahrscheinlich dieses sensorische Gefühl wahnsinnig machen würde. Aber ich würde es auf jeden Fall mal ausprobieren.

Hannah (08:43.382)
Ja, das stimmt.

Hannah (09:04.372)
Ich hätte das auch gedacht bei mir, weil ich bin da auch, also ich habe da auch spezielle Anforderungen, aber mich hat das überhaupt nicht gestört. Also ich finde es wirklich sehr angenehm und ich kriege auch immer wieder das Feedback von Klientinnen zum Beispiel oder auch Freundinnen, die auch sagen, ja es hat total geholfen. Und was tatsächlich auch noch was ist, was mir auch geholfen hat und was auch immer wieder auch hilft, weil manchmal vergesse ich das, ist tatsächlich

auch was sich anzuhören zum Einschlafen. Und alle Menschen, die nicht alleine liegen, denken dann ganz häufig so, Gott, wie soll ich das machen? Weil on-Ear-Kopfhörer sind irgendwie unpraktisch, in-Ear-Kopfhörer sind auch irgendwie unpraktisch. Und ich hab dann irgendwann mal so bisschen recherchiert, was es sonst noch so gibt. Und es gibt tatsächlich Schlafkopfhörer. Und es gibt mittlerweile welche, die sind auch mit Augenmaske. Das finde ich schon next level.

Als ich das quasi mir rausgesucht hab, hab ich mir so Stirnband-Kopfhörer, die eigentlich zum Joggen sind, gekauft. Aber die haben trotzdem den Zweck erfüllt, dass sie halt so einen flachen Lautsprecher haben, dass man auch auf der Seite liegen kann. Und das find ich halt einfach super hilfreich. Also auch gerade für Leute, vielleicht auch mit Helligkeitenthema haben. was, was auf den Augen ist und was du auf den Ohren haben kannst. Und dann so ...

Entweder so was wie White Noise oder Brown Noise oder so was, was so bisschen das Gehirn zur Ruhe bringt. Oder halt, wenn man das gut kann, vielleicht auch ein entspanntes Hörbuch. Oder meine Schwester schwört immer auf Einschlafen mit Wikipedia. Also, irgendwas, was halt nicht so aufregend ist, sich anzuhören, finde ich persönlich auch immer hilfreich. Und eine Zeit lang hab ich zum Beispiel dann auch abends mit Headspace noch so eine Einschlafmeditation gemacht oder so.

so eine unaufregenden Geschichte mir über die angehört, das fand ich auch immer total hilfreich tatsächlich.

Johannes (11:03.496)
Ich hatte mal, als ich auch nicht einschlafen konnte, mir auf meinen Lautsprecher so Regenmusik gemacht.

3 Stunden später, ich bin dazu tatsächlich eingeschlafen, ich wach auf... mein Gott, ich Wassergeräusche, mein Gott, mein Gott, mein Gott! Ist hier Wasserrauberaubereuch? Ich durch die ganze Krono gelaufen, ich gedacht, ich hätte irgendwo einen Wasserhahn laufen lassen, ich hätte irgendwo... Ja nein, es war einfach der Lautsprecher, der die Musik immer noch abgespielt hat.

Hannah (11:33.414)
Ja, spannend, weil Regengeräusche kann ich auch gar nicht haben. Das stresst mich total. Also witzig. Ich kenn viele Leute, die es gut finden. Ich kenn das, find es auch überhaupt nicht angenehm, muss ich sagen.

Johannes (11:43.636)
Ich bin ja dazu eingeschlafen. Nur die Folgereaktion war nicht so entspannt.

Hannah (11:49.687)
Ja, versteh ich. Nee, ich glaub, da muss man einfach bisschen ausprobieren auch. Aber für viele Menschen ist tatsächlich was Anhören echt ganz angenehm und hat ja auch noch so bisschen den Nebeneffekt, dass die ganzen anderen Geräusche, eventuell da noch sind, vielleicht auch bisschen weniger an mich rankommen. Und trotzdem, wenn irgendwas wäre, ich würde es hören. Weil auch das ist ja für viele Leute ein Thema, das Gefühl zu haben, wenn ich gar nichts mehr mitkrieg, dann kann ich mich auch nicht entspannen.

Johannes (11:53.375)
Ja.

Hannah (12:17.626)
Und deswegen finde ich diese Kopfhörer, die als Stirnwand sozusagen funktionieren, gut, weil du bist nicht abgeschottet. Du kannst trotzdem noch was wahrnehmen, wenn es denn sein muss. Aber du kannst was hören und du kannst auf der Seite liegen und es fällt nichts aus deinem Ohr und du bist aber nicht eingeschränkt. Das finde ich super.

Johannes (12:19.214)
Wann?

Johannes (12:35.648)
wo ja auch viele Menschen drauf schwören, jetzt ADHS unabhängig, würde ich mal sagen, ist Melatonin-Supplimierung.

Hannah (12:42.742)
Mhm.

Johannes (12:46.124)
Es hat bei mir... Ich weiß nicht, ob es bei mir einen Einfluss hatte. gefühlt ja, aber ob das jetzt wirklich so war oder ob das nicht doch nur Placebo war, kann ich ehrlich gesagt gar nicht sagen. Ich hab's dann einfach irgendwann wieder aufgegeben, weil ich ja eh meistens gut schlafe. Aber ich hatte schon das Gefühl, trotzdem ein bisschen besser durchzuschlafen. Ich kann es aber wirklich nicht so hundertprozentig für mich bestätigen. Hast du das mal probiert?

Hannah (13:07.718)
Also ich hab das noch nie probiert tatsächlich, aber glaubt man ja quasi der Recherche, die ich getan habe, dann müsste das ja eigentlich sehr gut funktionieren und ich empfehle das auch häufig. Ich würde aber sagen, da gibt es schon auch Sinn, das vielleicht auch nochmal mit Fachpersonal durchzusprechen, inwiefern das Sinn gibt und auch in welcher Dosierung. das auch ein bisschen einfach im Blick zu haben, was muss es eigentlich machen, also wie würde es sich anfühlen, wenn das richtig wirkt.

Wann vielleicht auch nicht. Also, hab Klienten, bei denen funktioniert es super, hab welche, bei denen funktioniert es nicht so gut. Ich glaub, das ist auch noch mal einfach auch ... ja, sehr abhängig von ... wer das so nimmt und was da noch so dranhängt, weil natürlich ... die Zusinnahme von irgendwelchen ... von irgendwelchen Mitteln auch leider meistens nicht die einzige und die alleinige Lösung ist.

Johannes (14:06.766)
Nee, genau.

Hannah (14:10.504)
Also wir haben ja jetzt auch schon tatsächlich relativ viele Strategien irgendwie angestoßen und genannt. Und vielleicht ist auch nochmal irgendwie wichtig zu sagen, dass es leider so ist wie bei vielen anderen Sachen auch mit ADHS, dass die effektivsten Lösungen oft Dinge sind, die sich so richtig blöd und störend für Leute mit ADHS anfühlen. Nämlich tatsächlich feste Strukturen, wie du schon gesagt hast, irgendwie zur gleichen Zeit zu Bett zu gehen. Ich weiß...

Es fühlt sich so an, als wäre das unmöglich und als wäre das irgendwie auch richtig blöd. Und trotzdem ist es leider echt tatsächlich ziemlich hilfreich. Und auch so eine Schlafhygiene zu haben, also kein Handy im Bett. Und wenn es doch irgendwie sein muss, dann zumindest mit einem Blaulichtfilter. Im Idealfall halt gar nicht. auch, also was ich immer sage, wenn ich über Schlafhygiene spreche, ist, das Bett sollte halt zum Schlafen sein und zu sonst nichts. Und

Ich sage das als jemand, der sein komplettes Studium in seinem Bett gelebt hat und auch, obwohl ich einen Schreibtisch hatte und alles andere, trotzdem alles in meinem Bett gemacht habe. Also ich bin da jetzt selber nicht das glänzende Beispiel, aber mittlerweile schon, weil das halt tatsächlich einfach wirklich auch was ausmacht, wenn ich weiß, das ist der Ort, an dem ich zur Ruhe komme und nicht das ist der Ort, an dem ich alles mache, an dem ich esse, an dem ich Serien gucke, an dem ich mich streite, was weiß ich, sondern wirklich ...

Das ist ein Ort der Ruhe. Und da weiß mein Körper, wenn ich mich da hinlege, dann komme ich zur Ruhe.

Johannes (15:42.574)
Es gibt eigentlich auch, ich würde mal sagen, neben Schlafen nicht so viele Dinge, ich sonst noch in meinem Bett mache. Ich weiß gar nicht, ich glaube ich bin einfach allgemein sonst nicht der Mensch, der so viel Zeit gerne schliegend verbringt. Aber ja, das sehe ich auch so. Was mir tatsächlich auch hilft, mein Handy gar nicht mit ins Bett zu nehmen, sondern tatsächlich das Handy einfach, vielleicht bestenfalls gar nicht im Schlafzimmer zu haben. Das Handy...

Das ist tatsächlich, glaube ich, mir sehr geholfen hat, auch zum Beispiel den Handywecker nicht am Bett zu haben, damit ich aufstehen muss, wenn mein Handy klingelt. Weil etwas, wo wir noch gar nicht drüber gesprochen haben, war ja nicht nur Schlaf, sondern auch Aufstehen. ich glaube, es gibt neben dem Einschlaf-Prokrastinieren auch das Aufsteh-Prokrastinieren. Und das...

Vielleicht sind die Neuro-Typiker etwas abgeholt.

ist leider tatsächlich etwas, was mir bei meinem Schlaf und auch in meinem Job total geholfen hat, da so konsequent wie möglich zu sein. Und so konsequent wie möglich heißt leider relativ wenig, konsequent zu sein, weil ich doch oft daran scheite. Aber wäre ich konsequenter, und wenn ich das mal bin, dann ist meine Lebensqualität deutlich höher als sonst.

Hannah (17:22.358)
Ja, das kann ich auch sagen. Also tatsächlich ... so schwer es auch ist, da tatsächlich mal an der Struktur und an der Routine irgendwie dran zu bleiben, das lohnt sich schon. Und auch ein bisschen zu gucken, was funktioniert gut für mich. Also ich denke immer, ja, wir wissen, alle Handys im Bett sind einfach scheiße, brauchen wir ja nichts darüber zu diskutieren, das wissen wir einfach. Und trotzdem denke ich ganz häufig, wenn du aber zum Beispiel was zu hören brauchst, und das geht nur über dein Handy ...

Johannes (17:50.091)
Mhm.

Hannah (17:51.601)
dann muss das Handy vielleicht trotzdem da sein, aber wie kann es funktionieren, dass du es nicht noch drei Stunden in der Hand hast? Also da einfach auch tatsächlich ehrlich mit sich selber ins Gespräch zu gehen, wie was brauche ich, wie geht das? Und nicht so... Also vielleicht komme ich jetzt in Teufelsküche, wenn ich das sage, weil vielleicht werden mir Leute widersprechen, aber ich bin ja kein Fan von Schwarz-Weiß. Und zu sagen, Handys gehören gar nicht ins Bett oder gar nicht ins Schlafzimmer, halte ich halt einfach für Quatsch und auch für utopisch.

Und da muss man einfach realistische Dinge finden, finde ich, weil ich könnte, glaube ich, nicht ohne mein Handy schlafen. Also...

Johannes (18:29.39)
Ich völlig bei dir. Ich sag ja auch nicht, dass ich das immer tue, aber ich glaube, dass mein Schlaf und mein Einschlafen und mein Aufstehen deutlich besser funktioniert, wenn das nicht so ist. Also wenn ich mein Handy nicht im Bett habe. Ja, ich weiß.

Hannah (18:43.346)
Das war auch gar nicht auf dich bezogen tatsächlich. Also ich wollte nicht in dir widersprechen, sondern ich weiß einfach, dass viele Leute das einfach ja auch sehr rigoros sagen. Und ich meine, wir wissen alle prinzipiell stimmt das. Aber warum soll ich etwas durchsetzen, von dem ich schon weiß, es funktioniert für mich einfach nicht? Also der Leidensdruck ist höher, wenn ich das so durchziehe, als wenn ich es anders mache. Und das, finde ich, darf man halt einfach auch nicht vergessen, dass das einfach auch

Wir sind alle anders, wir brauchen alle unterschiedliche Strukturen und unterschiedliche Strategien.

Johannes (19:12.57)
Ja!

Johannes (19:17.102)
bin ich auf jeden Fall bei. So, aber ich glaube wir sollten so langsam mal zum Ende kommen, weil...

Hannah (19:23.318)
Ja, aber ich möchte noch zwei Sachen sagen. Don't stop me now. Das eine ist, ich habe vorhin gesagt, genau so, das eine, was ich ja vorhin schon gesagt habe, dieses Hyperarousal oder auch diese Gedankenrasen, dass das ja auch tatsächlich häufig ein Ding ist. Und ich empfehle immer ganz oft, immer ganz oft, auch sehr schön, aber häufig empfehle ich tatsächlich Dinge einfach auch sonst noch mal aufzuschreiben. Und zwar, haben wir jetzt ja gelernt, nicht im Bett.

sondern einem anderen festen Ort einfach alles, gerade so im Gehirn so rumschwirrt, einfach rauszuschreiben, damit es nicht mehr schwirren muss. Und dann kann ich es auch wegpacken und dann kann ich am nächsten Tag mich immer noch entscheiden, das nochmal anzugucken, aber es erstmal rauszuholen. Und das auch tatsächlich wirklich woanders zu machen und es wegzupacken. Und wenn ich mitten in der Nacht aufwache und ich kann nicht mehr einschlafen, weil diese Gedanken wieder so krass da sind, dann schreib sie halt nochmal auf.

dann sind sie erstmal weg. Und ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig, sich das auch zu erlauben, das nochmal kurz rauszulassen und zwar nicht mit dem Gedanken, sich dann nochmal so doll reinzusteigern, sondern eher mit dem Gedanken, ich schreib's jetzt auf und dann lass ich es hier. So, das ist das eine. Und das andere, was ich unbedingt noch sagen wollte, ist, dass wir aber auch nicht vergessen dürfen, dass die Medikamente, die ja viele von uns auch nehmen, auch einen Einfluss haben können auf unser

Johannes (20:35.502)
Ja.

Hannah (20:51.83)
auf unseren Schlafrhythmus und das ganze Schlafthema. Weil vielleicht kennt ihr das auch. Ich kenn es aus meiner Schulzeit, dass ich früher so dachte, ich bin super schlau, ich noch lernen, ich nehme nachmittags noch mal Medikinet. Und offensichtlich konnte ich dann nicht schlafen, weil ich sehr wach war. Und das heißt natürlich im Umkehrschluss auch, je später wir die Medikamente nehmen, desto länger sind wir natürlich auch

wach. Und ich glaube, dass das manchmal auch ein bisschen in Vergessenheit gerät, wenn man zum Beispiel spät aufsteht, weil man irgendwie, was weiß ich, weil man verschlafen hat oder weil man, Wochenende ist oder was auch immer, dass wenn man dann noch seine ganz normale Medikamentation nimmt, dass man dann eventuell auch anders einschläft.

Johannes (21:45.544)
Ja, kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich selbst nehme ja kein Medikament, deswegen habe ich da keine Erfahrung. Aber ich denke, es macht sowieso Sinn, auch mal in der Abklärung, wenn man dann Medikamente bekommt, das anzusprechen, wann man sie denn nehmen sollte, damit halt nicht gerade solche Situationen auftreten.

Hannah (22:02.006)
Ja, und da kann ich auch nur sagen, kleiner Spoiler, auch hier ist, soweit das halt geht, eine Routine nicht schlecht. Also schon eine Regelmäßigkeit in der Uhrzeit zu haben, wo man das nimmt, ist schon ziemlich sinnvoll und hilfreich.

Johannes (22:19.734)
finde es schon ein bisschen bitter, die, die... Der Zustand, der dazu führt, keine Routinen einzuhalten, am besten damit bekämpft wird, dass man Routinen einhält. Oder am besten damit in den Griff bekommen wird.

Hannah (22:33.714)
Aber man muss auch sagen, natürlich nicht mit den klassischen Routinen und Strukturen, sondern mit den, die angepasst sind auf unsere speziellen Bedürfnisse und ja, Bedürfnisse, Punkt. Genau. Also abschließend, glaube ich, wäre mir wichtig, dass wir das noch mal ganz kurz zusammenfassen, lieber Johannes, tut mir leid. Ich bin heute ein bisschen hier übernehmend, merke ich. Aber halt einfach noch mal zu sagen ...

Johannes (22:46.36)
Ja, Bedürftnisse, genau. Sehr gut.

Hannah (23:02.448)
Es ist ein Teufelskreis. Schlaf und ADHS gehören leider sehr doll zusammen. Und je schlechter der Schlaf oder die Schlafqualität, desto mehr sind im Zweifelsfall auch die Symptome. Ich finde, ehrlich gesagt, für mich hat das sehr viel Sinn ergeben und auch sehr viel verändert im Sinne von, wie viel Schlaf ich mir gönne und wann ich auch ins Bett gehe. Weil das halt einfach wirklich einen echten Zusammenhang gibt.

Johannes (23:28.11)
Ja, gut. Dann werden wir hiermit durch. Vielen Dank. Sagt uns doch gerne mal, was so eure Schlafstrategien sind. Was hat euch geholfen? Was hat euch nicht geholfen? Welche Schlafstrategien findet ihr ganz furchtbar und welche findet ihr ganz großartig? Ja, wir möchten sowieso gerne mehr mit euch ins Gespräch kommen und deswegen freuen wir uns immer über Feedback oder Kommentare bei Spotify oder anderen Plattformen, die wir hoffentlich bald auch mehr bespielen, wenn ich mal Zeit habe, mich damit zu beschäftigen. So, genau.

Ich freue mich, dass wir wieder da sind, dass wir es auch geschafft haben, ohne IT-Ausfälle fast eine ganze Folge durchzuziehen mit einem kleinen Ausfall zwischendurch. Den ignorieren wir einfach. Und ja, dann sage ich bis zum nächsten Mal.

Hannah (24:15.169)
und bis zum nächsten Mal. Tschüss!

Johannes (24:17.326)
Ciao!