LGBTQIA+ und meine Praxis

05.06.2024

Als systemische Therapeutin und Teil der LGBTQIA+ Community verstehe ich die einzigartigen Herausforderungen, denen sich viele gegenübersehen. In meiner Praxis biete ich einen sicheren Raum für Identitätsfindung, Selbstakzeptanz und den Umgang mit Diskriminierung. Erfahre mehr darüber, wie ich meine Klient:innen auf ihrem Weg begleite.

Wie die LGBTQIA+ Community meine Arbeit beeinflusst

Auf Telonym wurde ich gefragt, wie die LGBTQIA+ Community meine Arbeit beeinflusst und welche Themen ich mit meinen Patient:innen aus der Community bearbeite.
Als Teil der LGBTQIA+ Community fühle ich mich besonders verbunden und verstehe die spezifischen Herausforderungen und Bedürfnisse, die Menschen innerhalb dieser Community erfahren können, oft besser als Kolleg:innen, die möglicherweise keine persönlichen Erfahrungen mit dieser Community haben.

In der systemischen Therapie, die sich intensiv mit Beziehungen und Interaktionen innerhalb eines breiteren sozialen Kontextes beschäftigt, liegt ein besonderer Fokus auf dem Verständnis und der Unterstützung der individuellen Lebensrealitäten meiner Klient:innen.
Diese Therapieform eignet sich besonders gut, um die einzigartigen Erfahrungen und Herausforderungen der LGBTQIA+ Community zu berücksichtigen und zu bewältigen.
Es ist mir besonders wichtig, einen möglichst sicheren und bestätigenden Raum zu schaffen, in dem sich jede:r frei und ohne Vorurteile äußern kann.
Selbstakzeptanz und authentisches Leben beginnen dort, wo wir uns in einem sicheren und unterstützenden Raum frei äußern können.
In meiner Praxis ist es mein Ziel, diesen Raum zu schaffen und dich auf deinem Weg zu begleiten.

Deshalb konzentriere ich mich in meiner Arbeit mit LGBTQIA+ Klient:innen besonders auf Themen wie Identitätsfindung, Selbstakzeptanz und das Zurechtkommen in einer oft nicht inklusiven Gesellschaft.
In den Therapieprozessen versuche ich dabei zu helfen Diskriminierungserfahrungen und innere Konflikte zu bewältigen.

Was behandeln wir gemeinsam?

  • Coming-Out-Prozesse: Unterstützung beim Coming-Out gegenüber Familie, Freund:innen oder im beruflichen Umfeld.
    Dieser Schritt kann sehr herausfordernd sein und erfordert oft viel Mut und Selbstvertrauen. Ich helfe meinen Klient:innen, ihre Gefühle zu sortieren und einen Plan zu entwickeln, wie sie diesen wichtigen Teil ihres Lebens teilen möchten.

  • Identitätsfindung: Begleitung bei der Exploration und Festigung der eigenen Geschlechtsidentität und sexuellen Orientierung. Viele Menschen kämpfen mit Unsicherheiten und gesellschaftlichem Druck.

  • Diskriminierung und Stigmatisierung: Verarbeitung von Erlebnissen mit Homophobie, Transphobie und anderen Formen der Diskriminierung.
    Diese Erfahrungen können tiefe Wunden hinterlassen, die wir gemeinsam bearbeiten, um Heilung und Resilienz zu fördern.
    Diskriminierung und Stigmatisierung führen bei vielen LGBTQIA+ Personen zu psychischen Problemen wie Depressionen, Angststörungen und geringem Selbstwertgefühl.
    Die ständige Konfrontation mit Vorurteilen und Ausgrenzung kann ein tiefes Gefühl der Isolation und Unsicherheit hervorrufen.
    Durch gezielte therapeutische Maßnahmen unterstütze ich meine Klient:innen dabei, diese Belastungen zu verarbeiten und gesunde Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

  • Beziehungsberatung: Unterstützung bei Beziehungsfragen und -problemen, die spezifisch oder häufiger in queeren Beziehungen auftreten können. Queere Beziehungen können einzigartigen Herausforderungen gegenüberstehen, sei es durch äußere Vorurteile oder innere Beziehungsdynamiken.

  • Psychische Gesundheit: Behandlung von Depressionen, Angststörungen, Trauma und anderen psychischen Belastungen, die durch oder in Verbindung mit LGBTQIA+ spezifischen Erfahrungen stehen können.

Ich bin auch sensibilisiert für den polyamorösen Kontext und verstehe die einzigartigen Herausforderungen und Dynamiken, die in polyamorösen Beziehungen auftreten können.
Meine therapeutische Arbeit umfasst daher auch die Unterstützung und Begleitung von Menschen in polyamorösen Beziehungsstrukturen, um eine offene und respektvolle Kommunikation sowie ein gesundes Beziehungsmanagement zu fördern. Polyamorie kann zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen, wie Eifersucht, Zeitmanagement und gesellschaftliche Stigmatisierung.
Diese Themen werden in meiner Praxis offen angesprochen und bearbeitet.

Warum ist mir diese Perspektive wichtig?

Für mich ist es entscheidend, die vielfältigen und oft komplexen Lebensrealitäten meiner Klient:innen angemessen zu berücksichtigen.
Viele LGBTQIA+ Personen und Menschen in polyamorösen Beziehungen erleben immer noch Stigmatisierung und Diskriminierung, die ihre psychische Gesundheit erheblich beeinträchtigen können.
Durch mein tieferes Verständnis und meine Sensibilität für diese spezifischen Erfahrungen kann ich meinen Klient:innen eine empathische und unterstützende Umgebung bieten.
Dies ermöglicht es, offen über Herausforderungen zu sprechen und effektive Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Ein sicherer und verständnisvoller Raum ist essenziell für die psychische Gesundheit.
In einem Umfeld, das oft von Ablehnung und Vorurteilen geprägt ist, brauchen LGBTQIA+ Menschen einen Ort, an dem sie sich sicher fühlen und ihre wahren Gefühle und Gedanken ausdrücken können.
Meine Werte wie Feminismus, Antirassismus und Antifaschismus prägen meine therapeutische Arbeit und gewährleisten, dass jede:r in meiner Praxis willkommen und verstanden ist.
Es ist mir ein besonderes Anliegen, dass sich alle in meiner Praxis willkommen und verstanden fühlen können.

Diese Perspektive ist mir besonders wichtig, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie belastend es sein kann, in einer nicht inklusiven Gesellschaft zu leben.
Durch meine Arbeit möchte ich einen positiven Unterschied im Leben meiner Klient:innen machen und ihnen helfen, ein authentisches und erfülltes Leben zu führen.

Darüber hinaus arbeite ich ständig daran, mein Wissen und meine Fähigkeiten zu erweitern, um den Bedürfnissen meiner Klient:innen gerecht zu werden.
Dies umfasst regelmäßige Fortbildungen und den Austausch mit Kolleg:innen sowie der LGBTQIA+ Community.
Nur durch ständige Weiterentwicklung kann ich sicherstellen, dass ich die bestmögliche Unterstützung bieten kann.

In meiner Praxis geht es darum, dass jede:r Klient:in sich gesehen, gehört und akzeptiert fühlt.
Diese Anerkennung ihrer Identität und Erfahrungen ist der erste Schritt zu Heilung und Wachstum.

Gemeinsam arbeiten wir daran, die Herausforderungen des Lebens zu bewältigen und ein Leben zu führen, das wirklich authentisch und erfüllend ist.